Bevölkerungsdichte und Bevölkerungsverteilung (2014)

Erde – Bevölkerung

978-3-14-100782-4 | Seite 186 | Abb. 2
Bevölkerungsdichte und Bevölkerungsverteilung (2014) |  | Erde – Bevölkerung | Karte 186/2

Informationen

Die globale Übersicht über die Bevölkerungsverteilung und -dichte lässt anhand der Farbgebung den Kontrast zwischen dicht besiedelten und wenig bis gar nicht bevölkerten Regionen der Erde deutlich erkennen. Sichtbar sind auch die Trocken-, Kälte- und Höhengrenzen der bewohnten Gebiete. Eine dauerhafte menschliche Besiedlung gibt es jenseits dieser Grenzen nur punktuell, zumeist wird sie durch bestimmte bergbauliche oder wissenschaftliche Aktivitäten motiviert. Auch der tropische Regenwald gehört zu den siedlungsarmen Räumen, auch wenn dessen Fläche in den letzten Jahrzehnten dramatisch abgenommen hat. Flüsse und Straßenschneisen dienen hier oft als Erschließungslinien.

Altersaufbau und demographische Entwicklung
Der Altersaufbau in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land in Afrika, ist typisch für den gesamten Kontinent. Gegenwärtig sind 1,9 Mrd. Menschen, also fast ein Drittel der Weltbevölkerung, jünger als 15 Jahre. Annähernd 90 Prozent dieser jungen Menschen leben in Entwicklungsländern, wobei Afrika die Weltregion mit der mit Abstand jüngsten Bevölkerung ist. Etwa 41 Prozent der Afrikaner sind jünger als 15 Jahre; in einem Land wie Uganda stellen Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren sogar mehr als die Hälfte der Bevölkerung.
Aus diesem Grund hat der afrikanische Kontinent das derzeit größte Wachstumspotenzial. Bis 2050 wird sich die Bevölkerung dort nach aktuellen Prognosen auf annähernd 2 Mrd. Menschen verdoppeln. Trotz dieses Wachstums wird der größte Teil der Menschheit auch um die Mitte unseres Jahrhunderts in Asien leben, wo die Bevölkerung voraussichtlich auf 5,3 Mrd. Menschen anwachsen wird; wobei China aufgrund seiner rückläufigen Kinderzahlen seinen Rang als bevölkerungsreichstes Land der Erde an Indien abtreten wird.
In den reichsten Regionen, etwa in Japan und Europa, wird die Bevölkerung im gleichen Zeitraum abnehmen, da die durchschnittliche Kinderzahl mit dem Reichtum einer Gesellschaft korrespondiert: Je wichtiger Kinder — mangels staatlicher Vorsorge und Infrastruktur — für den Unterhalt der Familie und die Existenzsicherung der Alten sind, um so höher die Geburtenrate.
Das prognostizierte Bevölkerungswachstum auf knapp 9,3 Mrd. Menschen im Jahre 2050 bringt die Erde in eine bedrohliche Situation. Ausschlaggebend für die potenzielle Tragfähigkeit sind nicht allein die Möglichkeiten der Nahrungsmittelproduktion und ihrer Verteilung, sondern auch die ökologischen Belastungen. Heute leben, was die Ressourcen anbelangt, die Industrieländer stark auf Kosten der übrigen Welt. Die ökologische Belastung der Biosphäre geht v. a. auf sie zurück. Sie erreichen etwa den 20-fachen Verbrauch an Energie, Ressourcen und Umwelt pro Kopf wie in Entwicklungsländern.
Hauptansatzpunkt in der Bevölkerungspolitik heute ist die Verbesserung des Zugangs zu Verhütungsmöglichkeiten — nach Schätzungen ist ein Drittel aller Schwangerschaften ungewollt — und die Stärkung der Stellung der Frauen durch bessere Bildung, soziale Absicherung, rechtliche Gleichstellung und medizinische Versorgung. Die einzige wirklich effektive Maßnahme gegen die Überbevölkerung wäre allerdings, wie die globalen demoskopischen Trends eindeutig belegen, die Beseitigung der drückenden Armut und des Hungers, an dem Tag für Tag 100 000 Menschen sterben. Sie allerdings wird von Industrienationen nicht in Angriff genommen, weil sie eine massive Umverteilung der gesellschaftlichen Reichtümer zur Voraussetzung hätte.
W. Storkebaum

Graphiken

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Bevölkerungspyramiden 1995, 2015, 2050

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Typen der Bevölkerungspyramide

Graphische Darstellung der Bevölkerung eines Raumes (z.B. Staat, Stadt) nach Alter und Geschlecht. Aus der Bevölkerungspyramide kann man Rückschlüsse auf die Befriedigung der Grundbedürfnisse innerhalb des Raumes und auf künftige Probleme ziehen.
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