Bevölkerungsdichte 1950

Bevölkerungsdichte

978-3-14-100752-7 | Seite 11 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 2.000.000
Bevölkerungsdichte 1950 |  | Bevölkerungsdichte | Karte 11/1

Informationen

Mit fast 36 000 km² nimmt Baden-Württemberg ein Zehntel der Fläche Deutschlands ein und steht damit bei den Bundesländern hinter Bayern und Niedersachsen an dritter Stelle. Auf dieser Fläche lebten 2007 rund 10,7 Mio. Menschen. Zusammen mit Nordrhein-Westfalen und Bayern stellen die drei Bundesländer etwas über die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland.
Ganz anders stellen sich naturgemäß die Superlative der Bevölkerungsdichte dar: 2007 lag bei den Bundesländern Berlin mit 3834 Einwohnern je km² an erster Stelle. Auf den beiden nächsten Rängen folgten die Stadtstaaten Hamburg (2345 Ew./km²) und Bremen (1640 Ew./km²). Baden-Württemberg lag mit 301 Einwohnern je km² nach Nordrhein-Westfalen (528 Ew./km²) und dem Saarland (404 Ew./km²) an dritter Stelle bei den Flächenländern und über dem Durchschnitt von Deutschland (230 Ew./km²).

Bevölkerungsdichte 1950
Die Karte zeigt eine zweigeteilte Ausbreitung der Bevölkerungsdichte: Im Zentrum und im Nordwesten des Bundeslandes sind mit den Großstädten Stuttgart, Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe die höchsten Werte von über 500 Einwohnern je km² zu finden. Zwischen den Städten ist die Bevölkerungsdichte mit Werten von 100—500 Einwohnern je km² ebenfalls hoch. Mit Ulm und Freiburg finden sich außerdem zwei isolierte Ballungen. Der Rest des Landes ist weniger dicht besiedelt, vor allem nördlich des Flusses Jagst und auf der Schwäbischen Alb zeigen sich die geringsten Werte. Bei der Volkszählung von 1950 ergab sich eine Bevölkerungszahl von knapp 6,5 Mio., was einer Bevölkerungsdichte von 181 Einwohnern je km² entsprach.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzten in Deutschland Wanderungsbewegungen ein, die sich auch und gerade bei der Bevölkerungsverteilung in Baden-Württemberg niederschlugen. Anfangs waren es Flüchtlinge und Vertriebene, die im Südwesten Deutschlands eine Heimat fanden. Ab den 1960er-Jahren wanderten Gastarbeiter aus Südeuropa und anderen Ländern ein, um die freien Stellen des prosperierenden Landes zu besetzen. Der letzte große Zuwandererstrom erreichte Baden-Württemberg nach der deutschen Wiedervereinigung aus den neuen Bundesländern. Die Bevölkerungsdichte erhöhte sich stetig: 1960 waren es 216 Einwohner je km², 1980 war der Wert auf 259 Einwohner je km² gestiegen, 2000 lag er bei 294 Einwohnern je km².

Bevölkerungsdichte 2008
Das Bevölkerungswachstum und somit die Zunahme der Bevölkerungsdichte sind in Baden-Württemberg von 1952 bis 2007 zu rund 70 % auf Zuwanderungen zurückzuführen. Allein 1989—92 wuchs die Bevölkerung um 635 000 zugewanderte Neubürger. In keinem anderen Bundesland wurde damals eine dermaßen hohe Rate erreicht. Bis heute ist der jährliche Wanderungssaldo positiv geblieben, wenn auch mit deutlich geringerer Ausprägung. Baden-Württemberg lockt damit, dass es zu Europas wirtschaftsstärksten Regionen gehört. Mit seiner innovativen Wirtschaftsstruktur ist es Zielgebiet vieler Arbeitssuchender, die zu großen Teilen die Städte ansteuern. Im Vergleich zu 1950 haben sich alle städtischen Räume deutlich ausgeweitet. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Stuttgart über Heilbronn mit dem Rhein-Neckar-Raum bzw. über Pforzheim mit Karlsruhe "zusammengewachsen" sein und es dort gleichmäßig hohe Bevölkerungsdichten von über 500 Einwohnern je km² geben wird.
D. Falk

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