Bevölkerung

Afrika - politische Entwicklung

978-3-14-100700-8 | Seite 130 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 72.000.000
Bevölkerung |  | Afrika - politische Entwicklung | Karte 130/2

Informationen

Die Bevölkerungsdichte in den verschiedenen Regionen Afrikas spiegelt stark die Möglichkeiten der landwirtschaftlichen Nutzung wider. Ein großer Teil des Kontinentes besteht aus Trockengebieten, die für den Ackerbau kaum infrage kommen und deshalb äußerst dünn besiedelt sind. Herausragendes Beispiel für einen natürlich bedingten Verdichtungsraum ist dagegen die Niloase. Auch feuchtere Bergländer mit teilweise fruchtbaren Böden aus vulkanischen Aschen wie Äthiopien, Ruanda oder Burundi zählen zu den dichter besiedelten Regionen. Gleiches gilt für die klimatisch begünstigten Küstensäume in den Maghreb-Staaten oder an der Guineaküste. Stark beeinflusst wurden die Siedlungsstrukturen durch die koloniale Erschließung, die von der Küste aus in Richtung Inland erfolgte. Lag der Bevölkerungsschwerpunkt an der Guineaküste ursprünglich im Bereich der Savannen, so werden höchste Konzentrationen heute in den Primat-Agglomerationen an der Küste erreicht, beispielsweise in Abidjan oder Accra. Erst in jüngerer Zeit haben einige Staaten ihre Hauptstadt wieder in das Hinterland verlegt, so im Falle von Nigeria (Abuja), Elfenbeinküste (Yamoussoukro) und Tansania (Dodoma).

Demographische Entwicklung
Afrika hatte 2006 rund 924 Mio. Einwohner — das bedeutet, dass auf 22,3 Prozent der gesamten Landfläche der Erde etwa 14 Prozent der Weltbevölkerung lebten. Laut UN-Bevölkerungsprognose werden für 2025 rund 1,355 Mrd. Einwohner erwartet, für 2050 1,937 Mrd. Der natürliche Bevölkerungszuwachs lag 2006 bei 2,3 Prozent. Er ist in einigen Ländern leicht rückläufig, allerdings immer noch auf sehr hohem Niveau. Allein auf Nigeria entfallen gegenwärtig fast 4 Prozent des Wachstums der Weltbevölkerung.
Der Anteil der städtischen Bevölkerung lag 2007 bei 39 Prozent. Ihr Wachstum war bereits in der Vergangenheit sehr hoch und wird auch im Zeitraum bis 2010 deutlich größer sein als das natürliche Bevölkerungswachstum auf dem Kontinent. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf den rasant fortschreitenden Verstädterungsprozess. Die oft unkontrolliert vor sich gehende Land-Stadt-Wanderung ist angesichts der vielfältigen sozialen und ökonomischen Schwierigkeiten der meisten afrikanischen Länder ein schwerwiegendes Problem. Vor allem die Primatstädte wie Lagos, Kinshasa und Abidjan verzeichnen eine chaotische Bevölkerungsentwicklung, die alle städtischen Infrastrukturkapazitäten sprengt. Zu den Folgen dieser Entwicklung zählen wachsende Slums, eine zunehmende Massenarmut und -arbeitslosigkeit und nicht zuletzt auch eine steigende Kriminalitätsrate (vgl. Karten 252/253 und 258.3). Keine Statistik kann heute verlässlich ausweisen, wie viele Menschen beispielsweise in Lagos leben. Schätzungen für den Großraum schwanken zwischen 8 und 12 Mio. Menschen.
W. Storkebaum, B. Richter

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