Bevölkerung

Asien – politische und physische Übersicht/Bevölkerung

100750 | Seite 114 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 80.000.000
Bevölkerung |  | Asien – politische und physische Übersicht/Bevölkerung | Karte 114/2

Informationen

Die Karte zeigt die Bevölkerungskonzentration Asiens in dem breiten Monsunraum, der sich vom indischen Subkontinent über Südostasien, China, Korea bis nach Japan erstreckt. Hier liegen die beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Erde, die Volksrepublik China mit 1,314 Mrd. Einwohnern und Indien mit 1,095 Mrd. Einwohnern (2006). Zusammen stellen sie rund 38 Prozent der Erdbevölkerung, also mehr als ein Drittel. Insgesamt entfallen auf Asien 61 Prozent der Weltbevölkerung. China, Indien, Bangladesch, Indonesien, Russland, Pakistan und Japan gehören zu den neun bevölkerungsreichsten Staaten mit jeweils deutlich mehr als 100 Mio. Einwohnern. Innerhalb Südostasiens tritt der agrarische Gunstraum Java mit den höchsten Bevölkerungsdichten hervor. Besonders augenfällig ist dort der Unterschied zu den anderen Inseln Indonesiens. Siedlungszentren und Ungunstgebiete
In einem deutlichen Kontrast zu diesem Dichtegürtel stehen andere Regionen des Kontinents, in denen klimatische Ungunst und abgeschiedene Lage eine dichte Besiedlung verhindert haben. Zu diesen Gebieten zählt das nur entlang einzelner Linien etwas dichter besiedelte Nordasien mit seiner peripheren Lage und seinen Permafrostböden, aber auch das klimatisch benachteiligte und äußerst dünn besiedelte Zentralasien, Teile der extrem trockenen Wüstengebiete in Mittelasien, Arabien und im Hochland des Iran und schließlich das mit tropischen Regenwäldern bedeckte Landesinnere des kontinentalen Südostasiens (Mekong) und der großen Inseln, vor allem Borneo.
Die verschiedenen Ungunstfaktoren haben eine flächenhafte Besiedlung in den genannten Regionen nicht zugelassen. Allenfalls tritt hier eine punktuelle oder linienhafte Besiedlung auf, zumeist bei bedeutenden Lagerstätten von Bodenschätzen, entlang großer Verkehrslinien wie der Transsibirischen Eisenbahn oder der Baikal-Amur-Magistrale, in vereinzelten Oasen oder in regional begrenzten Beckenlandschaften wie dem usbekischen Ferganabecken. Im insgesamt dünn besiedelten Vorderen Orient lassen sich höhere Dichtewerte vor allem in den Küstengebieten des Persischen Golfs, des Kaspischen Meers und des Rotes Meers sowie an großen Flüsse wie Euphrat und Tigris erkennen.
In Süd- und Ostasien fällt die Konzentration großer Metropolen auf. Die höchsten Raten beim jährlichen Bevölkerungswachstum werden jedoch in Westasien erreicht. Einige der Städte in dieser Region haben ihre Einwohnerzahlen in den letzten Jahrzehnten binnen eines Dezenniums verdoppelt, so etwa Teheran, Riad, Jiddah, Karachi und Dhaka. Ursache dieses explosiven Wachstums war vor allem der große Migrationsstrom unserer Zeit, die Land-Stadt-Wanderung. Sie führte und führt, da sie überwiegend unkontrolliert verläuft, zu Erscheinungen, wie sie sich besonders deutlich in Indien zeigen. Viele Menschen leben dort in Slums, die sich nicht mehr nur am Rande der Stadt, sondern zunehmend auch in den Zentren befinden. Die von den Zuwanderern erhofften Arbeitsmöglichkeiten bieten sich sehr häufig nicht. Die Ärmsten, die "Pavement Dwellers", übernachten in Kalkutta oder Bombay auf den Bürgersteigen. Hunger und Krankheit machen sich in solchen Elendsquartieren breit.
W. Storkebaum

Graphiken

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Bevölkerungsdichte in den Bundesstaaten Indiens

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Die Bevölkerung in Indien 2003 und 2050

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Regionale Migrationssalden je 10000 Einwohner

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