Berlin und sein Umland - Bevölkerungsentwicklung 1991–2017

Berlin und sein Umland - Bevölkerung

978-3-14-100380-2 | Seite 28 | Abb. 1
Berlin und sein Umland | Bevölkerungsentwicklung 1991–2017 | Berlin und sein Umland - Bevölkerung | Karte 28/1

Überblick

Die Karte zeigt die Bevölkerungsentwicklung von Berlin und den umliegenden Gemeinden zwischen 1991 und 2016. Insgesamt ist die Bevölkerung in diesen 25 Jahren von 4,09 auf fast 4,57 Millionen Menschen gestiegen, also um 11,6 Prozent. Der Zuwachs fiel im Umland wesentlich stärker aus als in der Stadt Berlin. Während 1991 16 Prozent der Gesamtbevölkerung im Umland lebten, waren es 2016 bereits 21 Prozent.

Berlin

In Berlin hat die Bevölkerung zwischen 1991 und 2016 um knapp 5 Prozent zugenommen. Doch die Zunahme war nicht kontinuierlich. Von 1991 bis 1995 kam es zu einem leichten Anstieg von 3,44 auf 3,47 Millionen Einwohner. Ursache dafür war vor allem die Regierungssitz- und Hauptstadtentscheidung. Ab 1995 ging die Bevölkerung zurück bis auf 3,38 Millionen im Jahr 2000. Viele Berliner wanderten mit staatlicher Unterstützung (Fördergebietsgesetzgebung, Eigenheimzulage) ins Umland ab – die Suburbanisierung begann. Bis 2006 stagnierte dann die Berliner Bevölkerung. Erst danach gab es eine neue Wachstumsphase durch verstärkte Zuwanderung vor allem aus dem Ausland.

Umland

Im brandenburgischen Umland von Berlin hat die Bevölkerung zwischen 1991 und 2016 insgesamt um 68 Prozent zugenommen. Nur Strausberg und Finsterwalde im Osten hatten Bevölkerungsverluste von über 5 Prozent. Hingegen konnten viele Gemeinden, die direkt an Berlin angrenzen, Bevölkerungsgewinne von über 100 Prozent verzeichnen. Sie sind über die Autobahnen und das Verkehrsnetz hervorragend an Berlin angebunden. Das Bevölkerungswachstum im Umland ist zu über 90 Prozent durch die Zuwanderungen aus Berlin bestimmt. Die Brandenburger Landesplanung geht von einem weiteren Bevölkerungswachstum im Berliner Umland von sechs Prozent bis 2030 aus. Schon heute leben 38 Prozent der Brandenburger hier, bis zum Jahr 2030 werden es vermutlich 42 Prozent sein. Berlin ist für Zuwanderer aus dem In- und Ausland derzeit extrem attraktiv, was zu starken Zuzügen führt. Damit steigen jedoch Mieten und Bodenpreise, sodass immer mehr Berliner in den Speckgürtel, also die direkt an Berlin angrenzenden Gemeinden, ziehen. Die historisch niedrigen Zinsen für Baukredite und Eigentumserwerb fördern diese Entwicklung. Eine Folge dieser Suburbanisierung ist das hohe Pendleraufkommen (siehe Karte 28.2 „Tagespendler“).

Basiskarte

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Berlin – Bevölkerungsdichte
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