Berlin und sein Umland - Ausländische Bevölkerung

Berlin und sein Umland - Bevölkerung

978-3-14-100380-2 | Seite 29 | Abb. 4
Berlin und sein Umland | Ausländische Bevölkerung | Berlin und sein Umland - Bevölkerung | Karte 29/4

Überblick

Die Karte zeigt den Bevölkerungsanteil der Ausländer in den Stadtteilen von Berlin und den angrenzenden Gemeinden. Ende 2016 waren 598 000 ausländische Bürger mit Hauptwohnung in Berlin gemeldet. Der Ausländeranteil lag damit bei 13,5 Prozent.

Herkunft

35 Prozent der gemeldeten Ausländer stammen aus Staaten der Europäischen Union. Die meisten kommen aus dem ehemaligen Jugoslawien und aus Polen. Dazu kommen noch 13,1 Prozent aus europäischen Staaten, die nicht zur EU gehören. Die größte ausländische Bevölkerungsgruppe in Berlin bilden türkische Staatsangehörige mit 14,2 Prozent aller Ausländer. Eine weitere große Gruppe bilden Bürger mit russischer Staatsangehörigkeit, ebenso wie US-Amerikaner und Vietnamesen. Durch die Flüchtlingskrise ist auch der Anteil der Syrer stark gestiegen auf 4,5 Prozent.

Geschichte und Struktur

Bereits kurz nach dem Eintreffen der ersten Gastarbeiter in den 1960er-Jahren kam es zu einer räumlichen Konzentration in bestimmten Bereichen des Stadtgebietes von West-Berlin. Kleinere Ausländerwohngebiete entstanden in den industriedurchsetzten Teilen der Bezirke Reinickendorf, Spandau und Tempelhof. Eine zunehmende Konzentration begann sich in den Mietskasernengebieten der Bezirke Kreuzberg, Wedding, Tiergarten und Schöneberg zu bilden. Seit Mitte der 1980er-Jahre sind mehr als die Hälfte aller Grundschüler in Kreuzberg und Wedding Ausländer. Die höchsten Ausländeranteile verzeichnen die Bezirke Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg mit über 30 Prozent. Auch in Charlottenburg-Wilmersdorf und in Tempelhof-Schöneberg leben verhältnismäßig viele Ausländer. Dagegen hatten die Bezirke Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf die niedrigsten Ausländerquoten mit größtenteils unter 2,5 Prozent. Grundsätzlich leben im Osten Berlins deutlich weniger Ausländer, was historisch bedingt ist. Denn der Ausländeranteil der Bevölkerung der DDR war sehr gering. Auch im umliegenden Brandenburg leben vergleichsweise wenig Ausländer: Die Quote beträgt dort fast überall unter fünf Prozent.

Basiskarte

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Berlin – Bevölkerungsdichte
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