Berlin und das brandenburgische Umland - Wirtschaft

Berlin und das brandenburgische Umland - Wirtschaft

978-3-14-100758-9 | Seite 6 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 250.000
Berlin und das brandenburgische Umland | Wirtschaft | Berlin und das brandenburgische Umland - Wirtschaft | Karte 6/1

Informationen

Als eigenes Bundesland, größte Stadt und Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin das unumstrittene Zentrum in seiner Region, dem die Stadt umschließenden Bundesland Brandenburg.
Erschlossen wird Berlin durch den Ring der Autobahn A 10. Von dort führt im Nordwesten die A 24 nach Rostock und Hamburg, im Nordosten die A 11 nach Stettin/Szczecin, im Südosten die A 12 nach Frankfurt/Oder, im Süden die A 13 nach Cottbus und Dresden sowie im Südwesten die A 9 nach Leipzig und die A 2 nach Hannover. Ebenfalls ringförmig angelegt ist die Bahnstrecke, von der rund ein Dutzend Strecken sternförmig ins Umland führt.

Wirtschaftsstruktur in Berlin und Brandenburg
Vor rund einem Jahrhundert zählte Berlin zu Europas führenden Industriestandorten. Dafür verantwortlich waren u. a. der Maschinenbauer Borsig, der Chemiekonzern Schering sowie Siemens und AEG als Vertreter der Elektroindustrie. Die Folgen des Zweiten Weltkriegs veränderten die Wirtschaftsstruktur grundlegend: In der DDR wurden Traditionsbetriebe verstaatlicht, andere wanderten nach Westen ab — das bekannteste Beispiel ist Siemens, das in Bayern seinen neuen Hauptsitz etablierte. Auch der Westen der Stadt verlor durch seine isolierte Lage ohne Hinterland seine Standortvorteile.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands knüpfte Berlin nicht an die alte Tradition als Industriemetropole an, sondern vollzog — dem allgemeinen Trend folgend — eine ausgeprägte Hinwendung zum Dienstleistungszentrum. Heute sind mehr als 80 % der Berliner Unternehmen Dienstleiter. Da die Branche nicht sehr beschäftigungsintensiv ist, arbeiten allerdings nur knapp über 40 % der Erwerbstätigen in dem Sektor. In der Karte sind in Berlins Mitte z. B. die Signaturen für "TV, Presse, Medien" sowie "Universität, Hochschule" und "Verwaltung" verzeichnet. Die großen Fernsehsender unterhalten zumindest ein Hauptstadtstudio, außerdem haben der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und das Fernsehen der Deutschen Welle ihre Sitze in Berlin. In der Stadt befinden sich zahlreiche Hochschulen, von denen die Freie Universität, die Humboldt-Universität, die Technische Universität und die Universität der Künste zu den renommiertesten gehören.
In Berlins fünf größten Unternehmen waren Ende 2007 allein rund 70 000 Menschen beschäftigt: Deutsche Bahn (18 900), Charité Universitätsmedizin (14 000), Vivantes Netzwerk für Gesundheit (13 500), Siemens (12 000) und Berliner Verkehrsbetriebe (11 300).
Berlin wird außerdem durch den Sitz der Landes- und Bundesregierung geprägt und sucht Anschluss an die Bereiche Forschung, Entwicklung und Technologie. Dafür wird u. a. Adlershof im Südosten der Stadt kontinuierlich zu einem der größten Technologiestandorte des Kontinents ausgebaut.
Industrie und verarbeitendes Gewerbe spielen bei Berlins Beschäftigtenzahlen nach wie vor eine Rolle. Besonders die Branchen Maschinenbau, Elektrotechnik und Chemische Industrie bieten zahlreiche Arbeitsplätze.
Ein komplementäres Bild zeigt sich in Berlins Umland. Zwar hat sich Potsdam als Verwaltungs-, Service- und Medienzentrum etabliert. Die kleineren Städte können dem jedoch nichts entgegenhalten. Besonders im nordöstlichen Landkreis Barnim sowie südlich der Stadtgrenze Berlins und im westlichen Havelland wird Landwirtschaft betrieben. Überregional bedeutend ist das Obstanbaugebiet bei Werder westlich von Potsdam.
D. Falk

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