Berlin - Stadtentwicklung

Stadtentwicklung

978-3-14-100758-9 | Seite 14 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 350.000
Berlin | Stadtentwicklung | Stadtentwicklung | Karte 14/2

Informationen

Unter Deutschlands Städten hält Berlin die Superlative: Mit 891 km² Fläche ist es um einiges größer als die Nummer zwei, Hamburg (755 km²). Mit seinen 3,4 Mio. Einwohnern hat es sogar fast doppelt so viele Einwohner wie die Hansestadt (1,8 Mio.). Vom 13. Jahrhundert bis heute hat sich die Stadtfläche von 0,7 km² auf das 1200fache vergrößert, Berlins Stadtgrenze ist 234 km lang.

Die Anfänge
Um das Jahr 700 war die Region des heutigen Berlin Siedlungsgebiet slawischer Stämme. Berlin wurde erstmals 1244 urkundlich erwähnt, seine Schwesterstadt Cölln bereits 1237. Im Jahr 1432 schlossen sich beide zusammen, wenig später entstand das erste Stadtschloss als Residenz der Kurfürsten. Während des Dreißigjährigen Krieges entvölkerten drei Pestepidemien das zerstörte Berlin-Cölln, in dem um 1650 — die erste in der Karte dargestellte Phase — nur noch 6000 Menschen lebten. Bis 1662 wurde die Stadt zur Festung ausgebaut, außerhalb deren Mauern Vorstädte wie die Spandauer Vorstadt oder die Köpenicker Vorstadt entstanden. Das eigentliche Stadtgebilde hatte 1681 eine Fläche von 2,2 km².
1688 begann unter Kurfürst Friedrich III. der Bau der Friedrichstadt, die 1710 eingegliedert wurde und die "Königliche Haupt- und Residenzstadt Berlin" somit auf 6,3 km² und 57 000 Einwohner anwachsen ließ. Mit einer Erweiterung nach Westen hatte sich die Stadtfläche 1737 mit 13,5 km² mehr als verdoppelt. Ein Jahrzehnt später hatte Berlin mit 107 000 Einwohnern die Schwelle zur Großstadt überschritten, bis 1825 war die Fläche nur auf 14 km² gewachsen.

Die Herausbildung zur Metropole
Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts gab es wesentliche Entwicklungsschübe, die auf die Industrialisierung zurückzuführen waren. 1850 drängten sich fast 420 000 Menschen in Berlin, allerdings war das Gebiet 1841 durch die Eingemeindungen der Friedrich-Wilhelm-Stadt, der Oranienburger Vorstadt, der Rosenthaler Vorstadt, des äußeren Königsviertels, der äußeren Stralauer Vorstadt, der Friedrichsvorstadt und der äußeren Luisenstadt sprunghaft auf 35,1 km² angewachsen. Das Berliner Umland bekam mehr und mehr urbanen Charakter: Im Norden, auf dem Gebiet der heutigen Stadtbezirksteile Friedrichshain und Prenzlauer Berg, wurde intensiv gebaut. Die Städte Spandau und Charlottenburg beherbergten 1871 jeweils rund 20 000 Menschen.
1861 wurde Berlin u. a. um Wedding, Gesundbrunnen, Moabit und Schöneberg erweitert, womit die Fläche auf 59,2 km² wuchs und die Bevölkerungszahl mit 547 000 Einwohnern eine neue Dimension erreicht hatte. Durch weitere Eingemeindungen 1878, 1881 und 1915 wurde die Größe von 65,7 km² erreicht. Was zu Berlin gehörte und was zum Umland, konnte bald nicht mehr eindeutig benannt werden. So hatten Charlottenburg und Wilmersdorf längst einen der Großstadt ähnlichen städtischen Charakter angenommen. Abhilfe kam 1920, als sich acht Städte, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke zu Groß-Berlin zusammenschlossen. Auf 878 km² lebten nun fast 3,9 Mio. Einwohner.
Von den 883 km² des Jahres 1966 gehörten 480 km² zum Westen und 403 km² zum Osten Berlins. In beiden Teilen entstanden bisher ungesehene Großsiedlungen, die auf der Karte verzeichnet sind: Im Westen waren das ab 1960 Falkenhagener Feld und Gropius-Stadt, im Osten folgten wenig später das Märkische Viertel, Marzahn und Hellersdorf sowie Hohenschönhausen. Allein in Hohenschönhausen entstanden zwischen 1979 und 1989 mehr als 40 000 Wohnungen für rund 120 000 Menschen.
D. Falk

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