Bayern - Bodenbedeckung und Landwirtschaft

Landwirtschaft und Klima

978-3-14-100851-7 | Seite 16 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1.500.000
Bayern | Bodenbedeckung und Landwirtschaft | Landwirtschaft und Klima | Karte 16/1

Die natürlichen Bedingungen Bayerns sind für die landwirtschaftliche Nutzung überwiegend gut. In weiten Teilen sind die Winter mild und die Sommer feuchtwarm. Während in den flacheren Bereichen Ackerbau dominiert, wird in den Mittelgebirgen und den Alpen Viehwirtschaft betrieben.

Wie in ganz Deutschland, hat die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft in Bayern in den letzten Jahren abgenommen. Aufgrund des starken Strukturwandels sind in den letzten Jahrzehnten viele kleinere Betriebe moderneren Betrieben mit großen Ackerflächen oder Viehbeständen gewichen. Dennoch bilden die vielen Familienbetriebe bis heute das Rückgrat der bayerischen Landwirtschaft.

Mehr anzeigen

Viehhaltung

Über ein Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche dient als Dauergrünland. Von den 3,2 Mio. Rindern im Jahr 2014 waren 1,2 Mio. Stück Milchkühe. Der regionale Schwerpunkt der Milcherzeugung liegt im Allgäu. 2014 betrug der Schweinebestand Bayerns 3,4 Mio. Stück. Regionale Schwerpunkte der Schweinehaltung bilden das nördliche Alpenvorland und Mittelfranken.

Nahrungs- und Genussmittelindustrie

Die Nahrungs- und Genussmittelindustrie hat ihre Schwerpunkte in der Nähe der jeweiligen Produktionsstandorte. Das Allgäu bildet einen Schwerpunkt der Milchverarbeitung. Weitere Milchverarbeitungsbetriebe finden sich in der Nähe von München. In Mainfranken und dem Gäuboden liegen die Standorte der Zuckerindustrie, in Mainfranken auch der Obst- und Gemüseverarbeitung. Eine besondere Stellung nehmen die zahlreichen Großbrauereien ein, die ihre Standorte u. a. in München, Erding, Nürnberg und Kulmbach haben.

H. Kiegel

Mehr anzeigen

Pflanzliche Produktion

Im Jahr 2014 wurden 66 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Bayerns als Ackerland genutzt. Über 55 Prozent der rund 2,1 Mio. ha Ackerlandflächen wurden mit Getreide bestellt, davon rund zwei Drittel mit Winterweizen und Wintergerste. Die zunehmende Bedeutung von Winterweizen und Wintergerste geht auf Züchtungsfortschritte und neue Entwicklungen in den Bereichen Düngung und Pflanzenschutz zurück. Auf mehr als einem Viertel der Ackerflächen wurden Futterpflanzen angebaut.

Die besten Böden gibt es in Mainfranken und im Gäuboden; hier werden neben Getreide auch Zuckerrüben angebaut. Der restliche Ackerbau verteilt sich auf das nördliche Alpenvorland und die gerodeten Abschnitte der Mittelgebirge.

In der Hallertau liegt das weltweit größte Hopfenanbaugebiet. Die Höhenlagen der Mittelgebirge werden forstwirtschaftlich genutzt.

Mehr anzeigen

Betriebsstrukturen

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern wiesen im Jahr 2015 eine durchschnittliche Betriebsgröße von 34 ha auf. Diese liegt unter dem Bundesdurchschnitt von 60 ha. Rund 22 Prozent aller Betriebe sind kleiner als 10 ha, weitere 27 Prozent haben eine Betriebsfläche von 10 bis 20 ha.