Baunatal - Strukturwandel 2006

Wirtschaft

978-3-14-100756-5 | Seite 9 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 35.000
Baunatal | Strukturwandel 2006 | Wirtschaft | Karte 9/3

Überblick


Die bayrische Kreisstadt Lindau liegt am und im Bodensee. Der jüngere Teil der Stadt liegt auf dem Festland, die historische Altstadt von Lindau liegt auf der gleichnamigen Insel. Beide Teile sind durch einen Eisenbahndamm und eine Seebrücke miteinander verbunden. In diesem Fall beschränkt sich die Darstellung des Luftbildes auf die Altstadt.
Anhand des Luftbildes ist bereits zu erkennen, dass die Flächenausdehnung der Inselstadt nicht sehr groß ist. Vom Hauptbahnhof im Südwesten Lindaus bis zum östlichen Ufer sind es beispielsweise nur etwa 700 Meter.

Was das Luftbild zeigt
Im westlichen Drittel fallen die ausgedehnten Verkehrsflächen auf: Es gibt einen Bahnhof mit zahlreichen Gleisen, einen riesigen Parkplatz, dazu noch einen weiteren im Norden, östlich der Inselhalle.
Das Luftbild lässt auch erkennen, dass die Parkplätze zum Zeitpunkt der Aufnahme ziemlich stark besetzt sind. Dies lässt darauf schließen, dass die Inselstadt ziemlich viele Besucher hat. Lindau liegt am Dreiländereck zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz und ist somit ein beliebter Anziehungspunkt für Touristen.
Die Form der Stadt und der Verlauf der Straßen deuten auf ihren mittelalterlichen Ursprung hin. Kennzeichnend für eine mittelalterliche Stadt ist der große Marktplatz mit seinen Kirchen. Um den Marktplatz herum entwickelte sich ab ca. 1079 die Altstadt von Lindau.
Ein anderes Merkmal ist die Befestigungsanlage. Davon erhalten geblieben ist die so genannte Heidenmauer im Norden der Altstadt. Die Kirche St. Stephan wurde 1180 erbaut und prägt noch immer das Bild der Stadt.
Auch ein kleiner Hafen gehört zu der Inselstadt. Die Einfahrt zum Hafen von Lindau mit dem Löwen auf der Ostseite und dem Leuchtturm auf der Westseite ist auf vielen Fotos zu sehen. Vom Hafen aus starten die Rundfahrten über den See und viele Segelschiffe haben dort ihren Liegeplatz.

G. Hoffmann, J. Seibel

Info Plus

Die Karte zeigt die Entwicklung der südlich von Kassel gelegenen Stadt Baunatal zwischen 1955 und 2006. 1955 bestand die noch landwirtschaftlich geprägte Region aus mehreren kleinen Gemeinden. Östlich von Altenbauna lag das Gelände des 1936 errichteten und 1956 aufgelösten Flugmotorenwerks der Firma Henschel. Weitere Gewerbebetriebe waren eine Ziegelei und zwei Sägewerke in Großenritte sowie eine Brauerei in Rengershausen.

Entwicklung bis 1980
Die Entwicklung von Baunatal wurde in starkem Maße durch die Ansiedlung des Volkswagenwerks beeinflusst, das 1957 auf dem Gelände des ehemaligen Flugmotorwerks errichtet wurde. Anfangs diente das Werk überwiegend der Aufbereitung von Motoren und anderen Fahrzeugteilen, seit den 1960er-Jahren werden auch Einzelkomponenten, Motoren und Getriebe produziert. Das Werk ist mit einem eigenen Autobahnanschluss der A 49 (ehemals B 3) an das Autobahnnetz angeschlossen. Nördlich des Werksgelände verläuft die A 44. Darüber hinaus verfügt das Werk über einen eigenen Gleisanschluss.
1964 schlossen sich die Orte Altenbauna, Altenritte und Kirchbauna zur Gemeinde Baunatal zusammen, die 1966 mit der Gemeinde Großenritte zur Stadt Baunatal fusionierte. Schnell stieg die Einwohnerzahl von 11 700 (1966) auf 14 600 (1971) an. 1971 und 1972 wurden weitere Orte (u. a. Rengershausen) eingemeindet. 1980 hatte Baunatal eine Bevölkerung von 21 400 Einwohnern. Die Stadtteile waren weit über ihre ursprünglichen Siedlungskerne hinausgewachsen. Zwischen Altenbauna und Altenritte lag jetzt der Stadtpark, ein parkartiges Naherholungsgebiet mit mehreren öffentlichen Gebäuden.

Baunatal heute
1990 war die Bevölkerung auf 24 900 Einwohner gewachsen, 2003 erreichte sie ihr Maximum von 28 100 Einwohnern. Seitdem ist die Einwohnerzahl leicht rückläufig (Ende 2008: 27 700 Einwohner). Bis 2006 wurde das Gebiet zwischen dem Stadtpark und der Leisel vollständig bebaut. Auch in Altenritte und Großenritte entstanden neue Wohngebiete.
Das Gelände des Volkswagenwerks wurde nach Süden erweitert. Östlich der A 49 entstand ab 1992 das Original-Teile-Center "Volkswagen" (OTC), das als zentrales Lager von Ersatzteilen für die VW-Modelle dient. Nördlich des VW-Werks und in Großenritte entstanden neue Gewerbegebiete. Viele Gewerbebetriebe arbeiten als Zulieferer für das VW-Werk. Die Brauerei in Rengershausen besteht bis heute.
Mit 13 600 Beschäftigten (2008) ist das Volkswagenwerk Kassel in Baunatal nach dem Stammwerk in Wolfsburg die zweitgrößte Produktionsstätte des Volkswagenkonzerns in Deutschland.
Von den 20 200 im Jahr 2007 in Baunatal tätigen Arbeitnehmern waren 15 100 im produzierenden Gewerbe beschäftigt. Etwa 16 % der bei VW Beschäftigten leben in Baunatal, die restliche Belegschaft pendelt. Rund 25 % der Beschäftigten wohnen im Landkreis Kassel (ohne Baunatal), 32 % in dem südlich angrenzenden Schwalm-Eder-Kreis und über 18 % in der Stadt Kassel. Das VW-Werk ist somit nicht nur für die Stadt Baunatal von herausragender wirtschaftlicher Bedeutung, sondern für die gesamte nordhessische Region.
H. Kiegel

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