Baunatal - Strukturwandel 1980

Wirtschaft

978-3-14-100756-5 | Seite 9 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 35.000
Baunatal | Strukturwandel 1980 | Wirtschaft | Karte 9/2

Informationen

Die Karte zeigt die Entwicklung der südlich von Kassel gelegenen Stadt Baunatal zwischen 1955 und 2006. 1955 bestand die noch landwirtschaftlich geprägte Region aus mehreren kleinen Gemeinden. Östlich von Altenbauna lag das Gelände des 1936 errichteten und 1956 aufgelösten Flugmotorenwerks der Firma Henschel. Weitere Gewerbebetriebe waren eine Ziegelei und zwei Sägewerke in Großenritte sowie eine Brauerei in Rengershausen.

Entwicklung bis 1980
Die Entwicklung von Baunatal wurde in starkem Maße durch die Ansiedlung des Volkswagenwerks beeinflusst, das 1957 auf dem Gelände des ehemaligen Flugmotorwerks errichtet wurde. Anfangs diente das Werk überwiegend der Aufbereitung von Motoren und anderen Fahrzeugteilen, seit den 1960er-Jahren werden auch Einzelkomponenten, Motoren und Getriebe produziert. Das Werk ist mit einem eigenen Autobahnanschluss der A 49 (ehemals B 3) an das Autobahnnetz angeschlossen. Nördlich des Werksgelände verläuft die A 44. Darüber hinaus verfügt das Werk über einen eigenen Gleisanschluss.
1964 schlossen sich die Orte Altenbauna, Altenritte und Kirchbauna zur Gemeinde Baunatal zusammen, die 1966 mit der Gemeinde Großenritte zur Stadt Baunatal fusionierte. Schnell stieg die Einwohnerzahl von 11 700 (1966) auf 14 600 (1971) an. 1971 und 1972 wurden weitere Orte (u. a. Rengershausen) eingemeindet. 1980 hatte Baunatal eine Bevölkerung von 21 400 Einwohnern. Die Stadtteile waren weit über ihre ursprünglichen Siedlungskerne hinausgewachsen. Zwischen Altenbauna und Altenritte lag jetzt der Stadtpark, ein parkartiges Naherholungsgebiet mit mehreren öffentlichen Gebäuden.

Baunatal heute
1990 war die Bevölkerung auf 24 900 Einwohner gewachsen, 2003 erreichte sie ihr Maximum von 28 100 Einwohnern. Seitdem ist die Einwohnerzahl leicht rückläufig (Ende 2008: 27 700 Einwohner). Bis 2006 wurde das Gebiet zwischen dem Stadtpark und der Leisel vollständig bebaut. Auch in Altenritte und Großenritte entstanden neue Wohngebiete.
Das Gelände des Volkswagenwerks wurde nach Süden erweitert. Östlich der A 49 entstand ab 1992 das Original-Teile-Center "Volkswagen" (OTC), das als zentrales Lager von Ersatzteilen für die VW-Modelle dient. Nördlich des VW-Werks und in Großenritte entstanden neue Gewerbegebiete. Viele Gewerbebetriebe arbeiten als Zulieferer für das VW-Werk. Die Brauerei in Rengershausen besteht bis heute.
Mit 13 600 Beschäftigten (2008) ist das Volkswagenwerk Kassel in Baunatal nach dem Stammwerk in Wolfsburg die zweitgrößte Produktionsstätte des Volkswagenkonzerns in Deutschland.
Von den 20 200 im Jahr 2007 in Baunatal tätigen Arbeitnehmern waren 15 100 im produzierenden Gewerbe beschäftigt. Etwa 16 % der bei VW Beschäftigten leben in Baunatal, die restliche Belegschaft pendelt. Rund 25 % der Beschäftigten wohnen im Landkreis Kassel (ohne Baunatal), 32 % in dem südlich angrenzenden Schwalm-Eder-Kreis und über 18 % in der Stadt Kassel. Das VW-Werk ist somit nicht nur für die Stadt Baunatal von herausragender wirtschaftlicher Bedeutung, sondern für die gesamte nordhessische Region.
H. Kiegel

Google Maps

Zur Orientierung

Die Lage und Ausdehnung dieser Diercke Karte kannst Du Dir zur Orientierung als Kartenrahmen in Google Maps anzeigen lassen.

Jetzt orientieren