Bangkok - Stadtwachstum und Landschaftsverbrauch

Asien - Wirtschaft und Besiedlung

978-3-14-100770-1 | Seite 145 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 250.000
Bangkok | Stadtwachstum und Landschaftsverbrauch | Asien - Wirtschaft und Besiedlung | Karte 145/2

Informationen

Bangkok liegt im Mündungsdelta des Menam Chao Phraya, rund 34 km vom Golf von Thailand entfernt. Die Stadt ist nicht nur das überragende gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Zentrum des Landes, sondern auch eines der bedeutendsten Transportzentren Südostasiens. Darüber hinaus ist sie ein Musterbeispiel einer Megastadt, die sich während der letzten Jahrzehnte aufgrund fehlender Reglementierung und nahezu ohne staatliche Planung entwickelte. Das dadurch außerordentlich heterogene funktions- und sozialräumliche Gefüge macht eine Unterscheidung und Abgrenzung von Stadtvierteln nahezu unmöglich. Eine Ausnahme ist der historische Kern, der nach der Stadtgründung 1782 gestaltet wurde.

Stadtentwicklung
Wie in vielen anderen Staaten der Dritten Welt konzentrierte sich auch in Thailand der Industrialisierungs- und Verstädterungsprozess nahezu ausschließlich auf ein Zentrum. Seit den 1950er-Jahren kam es zur verstärkten Zuwanderung der Landbevölkerung, die am wirtschaftlichen Aufschwung der Metropole teilhaben wollte. Die Folgen waren ein immenses Flächenwachstum und eine starke Zersiedlung mangels bindender Flächennutzungspläne. Daher liegen großflächige Wohnsiedlungen in der Regel an den Ausfallstraßen dicht neben Industrie-, Agrar- und Aquakulturflächen. Ebenfalls über das gesamte Stadtgebiet zerstreut sind unzählige Marginalsiedlungen.
Offiziell lebten 2006 insgesamt 6,9 Mio. Menschen in der Hauptstadt des thailändischen Königreiches. Schätzungen zufolge lag die Einwohnerzahl der Metropolregion Bangkok im gleichen Jahr bei 11,6 Mio. Menschen. Die höchste Bevölkerungsdichte wird in den innenstadtnahen Gebieten sowie den Gebieten entlang den großen Ausfallstraßen nach Südosten und Norden erreicht.

Infrastruktur
Dem starken Bevölkerungszuwachs der letzten Jahrzehnte ist die Infrastruktur der Metropole nicht gewachsen. Es fehlt an einer flächendeckenden Müll- und Abwasserentsorgung sowie an einem leistungsfähigen innerstädtischen Verkehrsnetz. Das Straßennetz ist komplett überlastet. Eine gewisse Besserung wurde durch den Bau der elektrischen Hochbahn (Bangkok Skytrain) und der Eröffnung des ersten Streckenabschnitts der Bangkok Metro (2004) erzielt, doch wird der öffentliche Nahverkehr noch immer überwiegend von Stadtbussen bewältigt. Im März 2000 wurde die 54 km lange Bang-Na-Hochstraße fertiggestellt, die vom Südosten Bangkoks in die Provinz Chonburi führt.
Von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung ist der Hafen, über den fast der gesamte Im- und Export Thailands abgewickelt wird. In seiner Nähe haben sich moderne Großunternehmen und Handelsniederlassungen angesiedelt, die von der Anbindung an das überregionale Straßen- und Eisenbahnnetz profitieren. Der 2006 eröffnete Suvarnabhumi Airport ist internationale Drehscheibe im asiatischen Flugverkehr.

Geschichte
Von 1350 bis zu seiner Zerstörung 1767 durch die Birmanen war Ayutthaya Hauptstadt des Königreichs Siam. Neue Hauptstadt wurde Thon Buri am Ufer des Menam. Da der Königspalast jedoch ständig durch Hochwasser gefährdet war, verlegte Rama I. (1737—1809) seine Residenz auf das gegenüberliegende Flussufer. Er nannte den Ort, den er zur Hauptstadt ausbauen ließ, "Krung-Thep" (Stadt der Engel). Unter seinen Nachfolgern schritt der Ausbau Bangkoks, das von einem dichten Netz von Kanälen (Klongs) durchzogen war, voran.
Unter der Herrschaft von Rama V. (1868—1910) erfolgte eine tiefgreifende Modernisierung des staatlichen und öffentlichen Lebens sowie der Infrastruktur. Er forcierte den Straßenbau, für den auch die alte Stadtmauer weichen musste, band Bangkok durch den Bau von Eisenbahnlinien an das Hinterland an und eröffnete die erste elektrisch betriebene Straßenbahn. Die alten Klongs sind mittlerweile dem Bauboom zum Opfer gefallen. Nur in Thon Buri, das 1971 eingemeindet wurde, dienen sie noch als Transportwege.
U. Kleinelümern, E. Astor

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