Baden-Württemberg - Physische Übersicht

Physische Übersicht

978-3-14-100852-4 | Seite 11 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 1.100.000
Baden-Württemberg | Physische Übersicht | Physische Übersicht | Karte 11/3

Überblick

Das im Südwesten Deutschlands gelegene Baden-Württemberg ist das gemessen an seiner Landesfläche und der Einwohnerzahl drittgrößte Bundesland. Natürliche Grenzen sind im Westen der Oberrhein, der Baden-Württemberg von Rheinland-Pfalz und dem französischen Elsass trennt, im Süden der Hochrhein und der Bodensee, an den die Schweiz und Bayern grenzen. Hessen und Bayern sind die Nachbarn im Norden und Osten. Die größten Flüsse sind neben dem Rhein der Neckar und die Donau. Der 367 Kilometer lange Neckar entspringt im Schwenninger Moos an der Ostabdachung des Schwarzwaldes und mündet bei Mannheim in den Rhein. Ab Plochingen ist er auf einer Länge von 202 Kilometern schiffbar. Auch Europas zweitgrößter Strom, die 2850 Kilometer lange Donau, hat ihren Ursprung in Baden-Württemberg. Sie entspringt im Südschwarzwald mit den beiden Quellflüssen Breg und Brigach, die bei Donaueschingen zusammenfließen. Über den geologischen Untergrund, der zum Teil mitbestimmend für das geomorphologische Erscheinungsbild ist, informiert die Karte „Baden Württemberg – Geologie”.

Großlandschaften

Nach den Oberflächenformen lässt sich Baden-Württemberg in drei Großlandschaften gliedern: Im Westen liegt die von den kristallinen Randgebirgen Schwarzwald und südlicher Odenwald begrenzte Oberrheinische Tiefebene, an die sich im Osten und Norden das Südwestdeutsche Schichtstufenland mit der Schwäbischen Alb anschließt. Der dritte Großraum ist das eiszeitlich überformte Alpenvorland mit dem württembergischen Allgäu.

Die Oberrheinische Tiefebene ist ein etwa 300 Kilometer langer und bis zu 40 Kilometer breiter Grabenbruch, dessen Entstehungsgeschichte im Eozän vor etwa 50 Mio. Jahren begann. Die tektonischen Aktivitäten dauern an und haben wiederholt zu leichteren Erdbeben geführt. Ihnen ist auch die Entstehung des Kaiserstuhls, eines vulkanischen Mittelgebirges, zu verdanken. Die Grabenschultern bilden im Norden Pfälzer Wald und Odenwald, im Süden Vogesen und Schwarzwald. Der immer noch dicht bewaldete Schwarzwald ist Deutschlands größtes und höchstes Mittelgebirge. Der im südlichen Teil gelegene Feldberg ist mit einer Höhe von 1493 Metern der höchste Berggipfel. Der Schwarzwald fällt nach Westen und Süden steil (bis zu 1000 m) zum Oberrhein bzw. zum Hochrhein ab. Zahlreiche kleine Flüsse haben enge Täler in die Gebirgsflanke gegraben. Nach Osten geht das Mittelgebirge eher sanft in das Südwestdeutsche oder Schwäbisch-Fränkische Schichtstufenland über.

Stufenländer charakterisieren weite Teile Südwestdeutschlands. Markante Landschaftsformen sind die Schichtstufen – besonders eindrucksvoll ist der Trauf der Schwäbischen Alb –, die sich über meist reliefarme Landschaften wie das Obere Gäu oder die Hohenloher Ebene erheben. Zwischen den Gäulandschaften und dem Albtrauf liegen im Nordosten Baden-Württembergs die waldreichen Schwäbisch-Fränkischen Keuperberge. Die bis im Lemberg bis 1015 Meter aufragende, stark verkarstete Schwäbische Alb bildet das oberste Stockwerk des Schichtstufenlandes.

Nur ein relativ kleiner Teil im Südosten Baden-Württembergs zählt zum Alpenvorland. Die eiszeitlich überformte Landschaft zwischen Schwäbischer Alb, Bodensee und dem nördlichen Alpenrand umfasst die württembergischen Teile von Oberschwaben und dem Allgäu. Höchste Erhebung ist der 1118 Meter hohe Schwarze Grat auf der Grenze zu Bayern.

E. Astor

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