Baden-Württemberg - Klimadiagramme

Landwirtschaft und Klima

978-3-14-100852-4 | Seite 17 | Abb. 4
Baden-Württemberg | Klimadiagramme | Landwirtschaft und Klima | Karte 17/4

Die Klimadiagramme von Heidelberg, Stuttgart, Stötten, Freiburg, Feldberg und Ravensburg zeigen den Jahresgang von Temperatur und Niederschlag. Zum Vergleich und zur räumlichen Einordnung sind die sechs Klimastationen auf den Temperaturkarten (Januar und Juli) sowie der Niederschlagskarte entsprechend markiert.

Heidelberg

Heidelberg befindet sich in einer der wärmsten Regionen Deutschlands. Die Stadt liegt geschützt zwischen dem Pfälzer Wald im Westen und dem Odenwald im Osten. Begünstigt wird das milde Klima durch das Abfallen der Rheinebene nach Norden und eine dadurch geringere Höhenlage als etwa das sonnenreiche Oberrheintal im Südwesten Baden-Württembergs. Im Sommer sind Temperaturen über 30 °C keine Seltenheit und im Winter bleiben oft selbst die tiefsten Temperaturen im einstelligen Minusbereich. Im Jahr 2011 galt Heidelberg mit einer Durchschnittstemperatur von 12,2 °C als der wärmste Ort Deutschlands.

Stötten

Stötten ist ein Stadtbezirk von Geislingen, gelegen auf einer der Randhöhen der Schwäbischen Alb (siehe Physische Karte, Gradfeld F 3). Die Klimastation befindet sich auf einer flachen Kuppe in 734 Metern Höhe und liefert wichtige Messdaten für die mittlere Schwäbische Alb. Bedingt durch die Höhenlage fallen die Temperaturen vergleichsweise niedriger und die Niederschläge durchschnittlich höher aus als in den tieferen Lagen.

Feldberg (Schwarzwald)

Aufgrund der Höhenlage werden auf dem Feldberg die mit Abstand tiefsten Temperaturen und höchsten Niederschlagssummen aller sechs Wetterstationen erreicht. Die hohen Niederschläge sind insbesondere auf die höheren Windgeschwindigkeiten und eine dadurch größere Feuchtezufuhr sowie auf Luv-Effekte an der Westflanke des Schwarzwaldes zurückzuführen (siehe auch Anmerkungen zur Karte „Niederschläge im Jahr“). Ein großer Teil des Jahresniederschlags fällt als Schnee.

Die Klimastationen im Vergleich

An allen sechs Stationen werden im Jahresverlauf die niedrigsten Temperaturen im Januar und die höchsten Temperaturen im Juli erzielt. Die höchsten Januar- und Juliwerte zeigen Heidelberg und Freiburg (Januar: jeweils rund 2 °C; Juli: rund 20 °C), die niedrigsten Werte werden auf dem Feldberg gemessen (Januar: -3,4 °C; Juli: 10,9 °C). Auch auf das Jahr bezogen sind diese Orte die wärmsten (Heidelberg, dahinter Freiburg) beziehungsweise der kälteste (Feldberg).

Hinsichtlich der Niederschlagswerte verhält es sich umgekehrt: Hier werden die höchsten Jahressummen auf dem Feldberg erzielt (1 909 mm), die geringsten in Stuttgart (664 mm) und Heidelberg (727 mm). Die zeitliche Verteilung der Niederschläge zeigt an allen sechs Stationen ein sommerliches Maximum und auf dem Feldberg eine zweite, weniger ausgeprägte Spitze im Winter.

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Stuttgart

Stuttgart liegt in einem breiten Talkessel („Stuttgarter Kessel“), der vom Neckar sowie vom ihm nordostwärts zufließenden Nesenbach und seinen Nebenbächen gebildet wurde. Schwarzwald, Schwäbische Alb, Schurwald und der Schwäbisch-Fränkische Wald schatten die Region von Winden ab. Aufgrund der geschützten Lage und der dichten Bebauung herrscht ein vergleichsweise warmes und teilweise schwüles Klima. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt in Stuttgart 9,5 °C. Durch die Lage im Talkessel bleibt die Innenstadt im Winter meist schnee- und eisfrei. Immer wieder treten Inversionswetterlagen auf.

Die Leelage bewirkt zudem, dass Stuttgart mit einem Jahresniederschlag von 664 mm zu den niederschlagsarmen Regionen Deutschlands zählt.

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Freiburg

Die am südöstlichen Rand des Oberrheingrabens gelegene Stadt Freiburg ist – wie Mannheim – eine der wärmsten deutschen Großstädte. Freiburg zählt sogar offiziell zu den Orten mit der höchsten Temperatur, die jemals in Deutschland gemessen wurde (40,2 °C im August 2003).

Ravensburg

Ravensburg liegt im Süden Oberschwabens und erstreckt sich in einem Talbecken, das sich zum Bodensee hin weitet. Durch diese Lage hat der Bodensee eine ausgleichende Wirkung auf das Ortsklima. So sind die Temperaturen im Januar durchschnittlich höher als in weiten Teilen Oberschwabens. Auf der anderen Seite ist der Winter mit Tiefsttemperaturen umso mehr ausgeprägt, wenn etwa der Bodensee zufriert (zuletzt im Jahr 1963).