Böden

Böden

978-3-14-100760-2 | Seite 6 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 2.000.000
Böden |  | Böden | Karte 6/3

Informationen

Böden mit den gleichen Horizontfolgen und den gleichen Merkmalen und Eigenschaften werden als Bodentypen zusammengefasst. Sie sind das Ergebnis sogenannter bodenbildender Prozesse, die ihrerseits von dem Zusammenwirken verschiedener Geofaktoren abhängig sind. Zu diesen Geofaktoren zählen Gestein, Klima, Flora und Fauna, Relief, Wasser, Mensch und Zeit. Die Karte zeigt die in Sachsen dominierenden Bodentypen.

Braunerden, Parabraunerden und Podsole
Im Erzgebirge herrschen Braunerden vor. Der wichtigste bodenbildende Prozess bei Braunerden ist die Verbraunung. Sie umfasst die Verwitterung des Primärgesteins, die Neubildung von Tonmineralen und Eisenoxidhydraten und die dadurch ausgelöste Versauerung. Die Verbraunung ist ein typischer Bodenbildungsprozess, der in Laub- und Mischwäldern unter den humiden Bedingungen der kühl-gemäßigten Klimazone einsetzt.
In der Leipziger Bucht und der Lommatzschen Pflege dominieren Parabraunerden. Sie entstehen aus Braunerden, in denen Tone aus den oberen in untere Horizonte verlagert werden. Das Bodenprofil zeigt die Gliederung der Parabraunerde in den verarmten Humusboden (A-Horizont), den Tonanreicherungshorizont (B-Horizont) sowie das Ausgangsgestein (C-Horizont).
Die oberen Höhenlagen des Erzgebirges, das Elbsandsteingebirge sowie die Gebiete nördlich von Dresden und an der Lausitzer Neiße werden von Podsolen (Bleicherden) eingenommen. Podsole entstehen auf durchlässigen Substraten wie sandigen Lehmen, in denen sich Substanzen in tiefere Horizonte verlagern und dort verfestigen. Das Bodenprofil zeigt die Gliederung in den verarmten Auswaschungs- bzw. Bleichhorizont (A-Horizont), den Anreicherungshorizont, der sich durch die extreme Anreicherung von Eisen-, Mangan- und Aluminiumoxiden sowie Humusstoffen zu einem Ortstein verdichtet hat (B-Horizont) und das darunter liegende Ausgangsgestein (C-Horizont). Podsole sind nährstoffarme und geringwertige Böden.

Gleye und Pseudogleye
Die größeren Flüsse in Sachsen werden von Gleyen begleitet. Gleye zeigen einen speziellen, sich periodisch verändernden Grundwasser- und Bodenwasserhaushalt. Bei der Vergleyung erfolgt ein Wechselspiel zwischen Reduktion bei Sättigung mit Wasser und Oxidation bei Luftzutritt. Dadurch kommt es zu einer Stoffverlagerung und -ausfällung. Das Bodenprofil zeigt unter dem Humushorizont (Ah-Horizont) den Oxidationshorizont (Go-Horizont), der durch oxidiertes Eisen rostrot gefleckt ist sowie den darunter befindlichen Reduktionshorizont (Gr-Horizont), der durch reduziertes Eisen grau gefärbt ist. Wird der Wasserhaushalt reguliert, können Gleye gute Böden sein.
Auf den ebenen Flächen zwischen den Flüssen haben sich Pseudogleye (Staunässeböden) entwickelt. Sie entstehen auf gering durchlässigen Substraten wie Lehmen und Geschiebemergel. Der dominierende bodenbildende Prozess ist hier ebenfalls die Vergleyung, doch diese wird nicht durch den schwankenden Grundwasserstand, sondern durch die Staueigenschaften des Untergrundes bestimmt.
Im Lausitzer Bergland hat sich Schwarzerde ausgebildet. Die südlich von Leipzig eingezeichneten anthropogenen Böden sind das Resultat des langjährigen Braunkohleabbaus.
H. Kiegel

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