Australien, Neuseeland - Temperaturen im Januar

Australien, Neuseeland - Wirtschaft und Klima

978-3-14-100800-5 | Seite 202 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 100.000.000
Australien, Neuseeland | Temperaturen im Januar | Australien, Neuseeland - Wirtschaft und Klima | Karte 202/3

Überblick

Große Teile Australiens liegen solarklimatisch im Bereich der Tropen und Subtropen. Die Grenze zwischen ihnen verläuft in der Nähe des südlichen Wendekreises. Dabei prägt der dominierende Einfluss des südhemisphärischen Hochdruckgürtels das Klima weiter Teile des Kontinents. In Kombination mit Luv-Lee-Effekten und der Höhenlage entsteht so eine große Bandbreite klimatischer Verhältnisse zwischen trockenen und immerfeuchten Tropen sowie zwischen trockenen, sommerfeuchten und winterfeuchten Subtropen. Im Bereich von Tasmanien reicht Australien im Süden bis in die südlichen Mittelbreiten hinein, ebenso Neuseeland. Die pazifischen Inseln liegen – von wenigen Ausnahmen abgesehen – in den Tropen.

Monsun- und Passatströmungen

Im Südsommer beeinflusst der subtropische Hochdruckgürtel vor allem den Süden des Kontinents. Absteigende Luftmassen sorgen dort für stabile Hochdruck-Wetterlagen mit geringer Bewölkung und hoher Sonneneinstrahlung. Nur im Südosten können durch die Aufnahme von Wasserdampf über dem Ozean Niederschläge fallen. Der Norden Australiens liegt im Sommerhalbjahr im Einflussbereich des Südost-Passats. Gelegentliche Hitzetiefs sorgen dort für örtliche Wärmegewitter. Zwischen Dezember und Februar liegt die Innertropische Konvergenzzone (ITC) im Meeresgebiet zwischen Nordaustralien und Indonesien (247.4). Dadurch wehen die Passate über den Äquator hinweg auf die Südhalbkugel und werden dort zu Nordwestwinden umgelenkt. Sie bringen den nördlichsten Teilen Australien echte Monsunregen. An der Ostküste verursachen auflandige Winde im Einflussbereich der Passate Sommerregen.

Im Südwinter verlagert sich der subtropische Hochdruckgürtel nach Norden. Nordaustralien liegt nun vollständig in seinem Einflussbereich. Niederschläge fallen deshalb höchstens durch Luv-Effekte entlang der Nordostküste. Das Innere des Kontinents ist durch eine heitere, trockene Witterung gekennzeichnet. Weite Teile Südaustraliens gelangen auf der Südseite des Hochdruckgürtels in den Einfluss der außertropischen Westwindzone. Kaltfronten sorgen selbst bis ins Innere Australiens hinein für stürmisches Wetter und Niederschläge. Um Perth und Adelaide haben sich auf diese Weise charakteristische Winterregengebiete ausgebildet.

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Zu den Temperaturen im Januar / Juli

Die Temperaturverteilung in Australien zeigt eine deutliche Abhängigkeit von der Breitenlage, dem Grad der Kontinentalität und der Höhenlage. Im Januar, während des Südsommers, treten die höchsten Durchschnittstemperaturen im Inneren Australiens auf (teilweise über 30 °C). Die Landmassen erhitzen sich, wenn sie unter dem subtropischen Hochdruckgürtel liegen, deutlich stärker als die umgebenden Wasserflächen. Nach Süden hin zeigt sich mit zunehmender geographischer Breite ein Temperaturrückgang. Im Osten und Südosten heben sich zudem die kühleren Höhenlagen des Australischen Berglandes hervor. Die Temperaturen erreichen dort im Januarmittel zum Teil nur noch 10 °C bis 15 °C.

Im Juli, während des Südwinters, fallen die Durchschnittstemperaturen im Südosten Australiens teilweise unter 5 °C. Der kontinentale Einfluss Inneraustraliens kommt in dieser Jahreszeit hingegen weniger zum Tragen.

Die Temperaturverhältnisse in Tasmanien und Neuseeland sind denjenigen in West- und Mitteleuropa vergleichbar, sieht man von der „Umkehrung der Jahreszeiten“ auf der südlichen Erdkugel ab.

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