Asien - Politische Übersicht

Asien - Staaten und Geschichte

978-3-14-100870-8 | Seite 155 | Abb. 4 | Maßstab 1 : 56.000.000
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Überblick

rea, Indonesien und Vietnam wurden vor dem Hintergrund der weltpolitischen Blockteilung zu Schauplätzen von Kriegen, die durch das Eingreifen ausländischer Mächte eskalierten. Der erste dieser Stellvertreterkriege ereignete sich in Korea. Das Land, seit 1905 japanisches Protektorat und seit 1910 japanische Kolonie, wurde 1948 in die Unabhängigkeit entlassen, war aber de facto im Norden von der Sowjetunion und im Süden von den USA besetzt. 1950 begann der Korea-Krieg, der 1951 zur Spaltung des Landes in die bis heute autokratisch regierte Volksrepublik Nordkorea und die westlich orientierte Republik Südkorea führte.

In der französischen Kolonie Indochina proklamierten Rebellen unter Ho Chi-Minh 1945 die Republik Vietnam. Nach langen Kämpfen zwischen den von China unterstützten Vietminh und Frankreich wurde Indochina 1954 in die souveränen Staaten Laos, Kambodscha sowie Nord- und Südvietnam aufgeteilt. Doch der schwelende Konflikt zwischen dem kommunistischen Norden und dem prowestlichen Süden Vietnams setzte sich fort und mündete 1957 in den Vietnamkrieg, in den die USA militärisch eingriffen. Nach verheerenden Kämpfen, zahllosen zivilen Opfern und dem Rückzug der US-Truppen wurde das gespaltene Land 1976 als "Sozialistische Republik Vietnam" wiedervereinigt. Seit 1992 hat Vietnam eine Verfassung und ist seit 1995 ASEAN-Mitglied.

Involviert in den Krieg waren auch Kambodscha und Laos. Kambodscha wurde durch einen Militärputsch in den Vietnamkrieg verwickelt, 1970 bis 1975 litt das Land unter der Schreckensherrschaft des Diktators Pol Pot und seiner Roten Khmer. Seit 1993 ist das Kambodscha eine konstitutionelle Monarchie. Laos wurde 1973 von Südvietnam besetzt und ab 1975 von einer kommunistischen Führung unter vietnamesischem Einfluss regiert; seit 1991 verfügt die Volksrepublik Laos über eine Verfassung.

In China kam es 1949 nach einem langjährigen Guerillakrieg zum Sturz der Regierung. Chiang Kai-shek musste mit seinen rund zwei Millionen Anhängern auf die Insel Taiwan fliehen, wo er 1950 die Nationale Republik China proklamierte, die von den meisten Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen nicht als souveräner Staat anerkannt wird.

In der Sozialistischen Volksrepublik China kam es unterdessen unter Mao Tse-tung zu einer Verstaatlichung von Industrie, Handel und agrarischen Produktion und einem rücksichtslosen Kampf gegen vermeintliche politische Gegner ("Kulturrevolution"). Nach Maos Tod 1976 verfolgte China einen gemäßigt sozialistischen Kurs. Seit sich das Land Anfang der 1990er-Jahre verstärkt dem Außenhandel öffnete, erlebt es einen enormen Wirtschaftsboom.

Die Mongolei hatte sich 1911 von China abgespalten und für unabhängig erklärt, wurde danach aber noch besetzt und umkämpft. Erst 1924 kam es zur endgültigen Staatsgründung als sozialistischer Mongolischer Volksrepublik.

Das bedeutendste politische Ereignis in der jüngsten Vergangenheit war der Zerfall der Sowjetunion, durch den sich die asiatische Staatenwelt noch einmal stark veränderte. Am 26. Dezember 1991 wurde die Sowjetunion formell für aufgelöst erklärt. Auf ihrem Territorium entstanden neben Russland, dem nach Fläche größten Land der Erde, die Nachfolgestaaten Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Ukraine, Weißrussland, Moldawien, Estland, Lettland und Litauen. Für unabhängig erklärt haben sich auch die Region Bergkarabach (zwischen Armenien und Aserbaidschan) sowie Südossetien und Abchasien (völkerrechtlich Teile Georgiens), sie werden aber international nicht anerkannt. Jüngste Konfliktherde in dieser Region sind die Krim, ukrainisches Staatsgebiet, das seit 2014 unter russischer Verwaltung steht, und die Ostukraine.

Saudi-Arabien ist unabhängig seit der Proklamation des Königreichs 1932. Der Irak, seit 1921 britisches Mandatsgebiet, erlangte 1955 volle Souveränität. Kuwait, Bahrain, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), das Sultanat Oman und der Jemen waren im 19. Jahrhundert britische Protektorate oder enge Verbündete Großbritanniens. Sie erlangten im Laufe des 20. Jahrhunderts die nationale Unabhängigkeit.

Aktuelle Krisenherde mit kriegerischen Auseinandersetzungen, politischer Instabilität und daraus resultierenden hohen Flüchtiglingszahlan sind Syrien, der Irak und Afghanistan.

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