Arbeitslosigkeit

Europäische Union

978-3-14-100700-8 | Seite 86 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 36.000.000
Arbeitslosigkeit |  | Europäische Union | Karte 86/3

Informationen

Die Arbeitslosigkeit in den Staaten der EU hat seit Beginn der 1970er-Jahre beträchtlich zugenommen. Von dieser Entwicklung waren zunächst vor allem die peripheren Regionen betroffen. Das regionale Arbeitsmarktgefälle wurde zwar in den 1980er-Jahren dadurch abgeschwächt, dass sich auch in einigen zentralen Regionen die Beschäftigungssituation verschlechterte, das Ungleichgewicht blieb jedoch erhalten und wurde verstärkt durch den Beitritt der Transformationsländer zur EU. In allen Regionen übersteigt die Jugendarbeitslosigkeit beträchtlich die Gesamtarbeitslosenquote.
Zur Ermittlung der Arbeitslosenzahlen stützt sich die EU auf die Arbeitslosenstatistik der einzelnen Länder. Zum Zwecke eines interregionalen Niveauvergleichs werden diese mit eigenen Stichprobenerhebungen kombiniert. Aufgrund dieser Harmonisierung weichen die EU-Zahlen etwas von den nationalen Angaben ab. Nicht erfasst wird durch die Arbeitslosenquote eine Unterbeschäftigung in strukturschwachen Agrarregionen oder Kurzarbeit in manchen Industriezweigen.
Der beträchtliche Anstieg der Arbeitslosigkeit ist die Folge von Veränderungen auf Angebots- und Nachfrageseite des Arbeitsmarktes. Ökonomische Ursachen wie Rezessionsperioden, Krisen verschiedener traditioneller Industriezweige, die fortschreitende Automatisierung und globale Restrukturierungen haben zu einem Rückgang bzw. einer verlangsamten Erhöhung der Beschäftigung geführt. Aufgrund der Altersstruktur der Bevölkerung und der wachsenden Zahl der berufstätigen Frauen stand der geringen Ausweitung der Beschäftigungsmöglichkeiten eine beschleunigte Zunahme der Erwerbsbevölkerung gegenüber. Ein Ausgleich dieser Diskrepanz durch wirtschafts- oder arbeitsmarktpolitische Maßnahmen ist bisher nicht gelungen.
Betroffen von der hohen Arbeitslosigkeit sind besonders Regionen mit einem geringen Produktionsniveau und einem hohen Beschäftigungsanteil in der Landwirtschaft. Die höchsten regionalen Arbeitslosenquoten werden in den Transformationsländern Polen und Slowakei sowie in den neuen Bundesländern erreicht. Viele dieser Gebiete sind von hohen Abwanderungen betroffen (vgl. 65.3, 86.4).
Die prekäre Situation auf dem Arbeitsmarkt besonders in den peripheren Regionen wird zusätzlich dadurch erschwert, dass dort aufgrund früherer Geburtenüberschüsse häufig ein besonders großes Potenzial an Arbeitskräften besteht. Eine Folge dieses Überschusses ist die überproportional hohe Jugendarbeitslosigkeit.
H. Müller, F.-J. Kemper

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