Amtliche Topographische Karte

Kartentypen

978-3-14-100700-8 | Seite 15 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 50.000
Amtliche Topographische Karte |  | Kartentypen | Karte 15/3

Informationen

Die Topographische Karte 1 : 50 000 (TK 50) ist das am häufigsten genutzte Kartenwerk aus der Reihe amtlicher topographischer Karten. Ohne dieses Hilfsmittel wäre die Verwaltung eines modernen Staates kaum denkbar, zugleich dient sie den vielfältigen Bedürfnissen von Wirtschaft, Planung, Wissenschaft und Landesverteidigung, aber auch einzelnen Privatpersonen.

Erschließung einer topographischen Karte
Die vorliegende Karte entstammt dem Landesvermessungsamt Baden-Württemberg. Der Ausschnitt aus dem Blatt L 6920 zeigt die Gäuflächen im Gebiet von Brackenheim- Bönnigheim-Neckarwestheim mit dem Neckarlauf von Gemmrigheim bis unterhalb Lauffen zwischen Ludwigsburg und Heilbronn. Bei diesem Maßstab tritt deutlich das Relief mit Höhenlinien und unterstützender Schummerung hervor, dazu die Bodenbedeckung und die Bodennutzung, die Flureinteilung und die Siedlungen mit ihren dicht bebauten, historischen Ortskernen und den neueren Wohngebieten, Freizeitanlagen und großflächigen Industriegebäuden; ebenfalls zu erkennen sind die Verkehrswege, Wanderwege und Sehenswürdigkeiten.
Für die Erschließung der Karte eignet sich methodisch die gemeinsame Planung eines Wandertages. Dabei bieten sich zwei mögliche Routen an. Die erste führt von Liebenstein (bei Neckarwestheim; im Osten des Kartenausschnitts angeschnitten) über Gemmrigheim, Kirchheim und Hohenstein nach Bönnigheim, die zweite, etwas längere Wanderstrecke führt vom gleichen Ausgangspunkt über Lauffen nach Bönnigheim. Beide Wanderungen beginnen auf den östlichen Gäuflächen, führen durch das Neckartal, dort durch beiden größeren, an Talweitungen gelegenen Orte Kirchheim bzw. Lauffen und anschließend durch zwei Seitentäler im Westen wieder hinauf auf die Gäuflächen. Bei der Wegplanung können die Schülerinnen und Schüler in den Maßstab eingeführt werden, wenn sie die Entfernungen auf der Karte in Wegstrecken umrechnen oder anhand der Maßleiste berechnen.

Bodenrelief und Landschaft
Für die Einschätzung der Wanderzeit müssen auch die zu überwindenden Höhenunterschiede berücksichtigt werden. Dies leitet zur Erschließung der Reliefdarstellung über: Höhenlinien mit großen Abständen finden sich auf den lössbedeckten Hochflächen, eng gedrängt verlaufen sie an den steilen Hängen der tief in die harten Muschelkalkschichten eingeschnittenen Täler des Neckars und seiner Nebenflüsse Zaber und Mühlbach. Deutlich treten dabei auch die beiden Umlaufberge hervor.
Der Vertiefung der gewonnenen Kenntnisse kann ein Vergleich der Wanderrouten dienen, wenn diese im Hinblick auf Länge, Schwierigkeitsgrad und Attraktivität untersucht werden. Anhand von Maßstab und Reliefdarstellung können dabei auch neue Karteninhalte erschlossen werden. Wälder beispielsweise befinden sich an den steilen, nordexponierten Talhängen und im Osten auf den quartären Flussschottern und Sanden zwischen Neckarwestheim und Gemmrigheim, Gebüsch an anderen nordexponierten Hängen, Weinbau an den südexponierten Lagen und Äcker auf den Lössflächen (Flureinteilung).
Überdies können die Schülerinnen und Schüler nach besonders günstigen Rastplätzen suchen, etwa nach längeren Anstiegen, an Waldrändern oder bei Sehenswürdigkeiten und guten Aussichtspunkten. Die Untersuchung der Wegstrecken durch Ortschaften bietet die Möglichkeit, zu der Erschließung anderer Karteninhalte wie der Wohn- und Industriegebiete sowie der Freizeit- und Verkehrseinrichtungen überzuleiten. Durch die vergleichende Arbeit mit historischen topographischen Karten lässt sich der Wandel der Natur- und Kulturlandschaft nachvollziehen.
W. Rieg

Google Maps

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