Amerika - Landwirtschaft

Amerika - Landwirtschaft

978-3-14-100870-8 | Seite 212 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 36.000.000
Amerika | Landwirtschaft | Amerika - Landwirtschaft | Karte 212/1

Überblick

Große Bereiche Kanadas und Alaskas können aus klimatischen Gründen landwirtschaftlich nicht genutzt werden. Auch innerhalb der Anbaugrenze von Getreide werden große Flächen von borealem Nadelwald eingenommen und unterliegen somit vornehmlich der forstlichen Nutzung.

Nordamerika

In den gemäßigten Breiten Nordamerikas sind der Anbau von Zuckerrüben, Mais und Weizen sowie die Rinder- und Schweinehaltung verbreitet. Der Weizenanbau ist auf die Steppenzone (Great Plains) konzentriert, in Südamerika ist die Pampa die Entsprechung. Im Mittleren Westen der USA ist die Kombination von Futterpflanzenanbau (Mais) und Viehhaltung (Rinder und Schweine) deutlich erkennbar. Optimale Anbaugebiete für Zuckerrüben finden sich in der gemäßigten Zone mit warmem, sonnigem, nicht zu feuchtem Klima. Vorteilhaft ist ein trockenes Frühjahr, der Sommer sollte Temperaturen um 23 bis 25 °C aufweisen und der Spätsommer kühle Nächte, die den Zuckergehalt erhöhen. Bei einer Jahresniederschlagsmenge von unter 500 bis 600 Millimetern, wie in Teilen des Westens der USA, muss bewässert werden. Gleiches gilt für den dortigen Baumwollanbau.

In den subtropischen Gebieten, insbesondere in Kalifornien und Florida, werden Zitrusfrüchte kultiviert, in Kalifornien überwiegend ebenfalls auf Bewässerungsland. Im Südosten der USA werden dagegen im feuchtwarmen Klima auch Baumwolle, Zuckerrohr, Erdnüsse und Tabak angebaut. Wegen des außerordentlich hohen Wasserbedarfs ist der Reisanbau auf das Mississippital und die Golfküste konzentriert.

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Infrastruktur und Weltmarkt

Die technologisch gut entwickelte Landwirtschaft der USA, Brasiliens und Argentiniens ist stark exportorientiert. Bei einigen Welthandelsgütern ist ihr Produktionsanteil hoch, etwa bei Sojabohnen oder Rohkaffee. In einigen Ländern Mittelamerika ist sie dagegen eher traditionell strukturiert und primär binnenmarktorientiert.

In einigen Staaten ist die Spezialisierung auf einzelne Exportprodukte und die dadurch bedingte Abhängigkeit vom Weltmarkt zum Problem geworden. Letzteres zeigte sich am Beispiel von Kuba, das jahrzehntelang mehr als drei Viertel seiner Exporterlöse durch den Verkauf von Zucker erzielte. Nach dem Zerfall der Sowjetunion als dem wichtigsten Handelspartner geriet die Wirtschaft Kubas in eine schwere Krise. Ein weiteres Beispiel liefern die früheren "Bananenrepubliken" (vgl. Karte 213.3).

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Mittel- und Südamerika

Die Landwirtschaft in Mittelamerika, in der Karibik und im größten Teil Südamerikas ist durch tropische und subtropische Früchte wie Zuckerrohr, Banane, Baumwolle, Kaffee, Kakao und Kautschuk gekennzeichnet. Im Westen Südamerikas ist der Zuckerrohranbau aufgrund des hohen Wasserbedarfs (mindestens 1200 Millimeter pro Jahr) an Bewässerung gekoppelt. Weil das kälteemepfindliche Zuckerrohr möglichst gleichbleibende Temperaturen von 25 bis 28 °C benötigt, ist sein Anbau auf die Tropen und Teile der Subtropen beschränkt. Im gemäßigten Klima Südamerikas tritt großflächig Weizenanbau auf. Weinanbau ist vor allem unter mediterranen Klimaverhältnissen (Chile, ebenso wie in Kalifornien) zu finden. Die Rinderhaltung in Südamerika erfolgt überwiegend im Bereich der Feuchtsavannen, während Schafe und Ziegen zumeist auf Steppen- bzw. Hochgebirgsgrasland gehalten werden.

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