Amerika - Landwirtschaft

Amerika - Landwirtschaft

978-3-14-100770-1 | Seite 194 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 36.000.000
Amerika | Landwirtschaft | Amerika - Landwirtschaft | Karte 194/1

Informationen

Die Karte zur Landwirtschaft zeigt die Vielfalt der Strukturen im Pflanzenbau und in der Tierhaltung des amerikanischen Doppelkontinents. Die Länder des Kontinents zählen zu den weltweit besonders wichtigen Agrarexporteuren und -importeuren. Auf sie entfällt insgesamt etwa ein Drittel des Weltagrarhandels, davon haben die USA den größten Einzelanteil.

Nordamerika
In Nordamerika können große Bereiche Kanadas und Alaskas aus klimatischen Gründen nicht landwirtschaftlich genutzt werden. Auch innerhalb der Anbaugrenze von Getreide werden in Kanada große Flächenanteile vom borealen Nadelwald eingenommen und unterliegen somit vornehmlich der forstlichen Nutzung.
In den gemäßigten Breiten Nordamerikas sind der Anbau von Zuckerrüben, Mais und Weizen sowie die Rinder- und Schweinehaltung verbreitet. Der Weizenanbau ist auf die Steppenzone (Great Plains) konzentriert, in Südamerika ist die Pampa die Entsprechung. Im Mittleren Westen der USA ist die Kombination von Futterpflanzenanbau (Mais) und Viehhaltung (Rinder und Schweine) deutlich erkennbar.
Im trockenen Westen sind der Baumwoll- und Zuckerrübenanbau an künstliche Bewässerung geknüpft. In den subtropisch geprägten Bereichen (Kalifornien, Florida) lässt das Klima den Anbau von Zitrusfrüchten zu, wobei in Kalifornien wiederum bewässert werden muss.
Im Südosten der USA werden unter feuchtwarmen Klimaverhältnissen auch Baumwolle, Zuckerrohr, Erdnüsse und Tabak angebaut. Wegen des außerordentlich hohen Wasserbedarfs ist der Reisanbau auf Flächen im Mississippital und an der Golfküste konzentriert.
Die Einflüsse des Reliefs auf die Anbaustrukturen im Pflanzenbau lassen sich anschaulich anhand des Gebirgssystems der Rocky Mountains zeigen. Diese wirken als Regenfänger, sodass in deren Windschatten (östlich der Gebirgskette) bzw. in den eingelagerten Becken nur sehr geringe Niederschläge fallen und z. B. der Zuckerrübenanbau nur auf bewässerten Flächen erfolgen kann.

Mittel- und Südamerika
Die Landwirtschaft in Mittelamerika, in der Karibik und im größten Teil Südamerikas ist durch tropische und subtropische Früchte wie Zuckerrohr, Banane, Baumwolle, Kaffee, Kakao und Kautschuk gekennzeichnet. Im westlichen Teil Südamerikas ist der Zuckerrohranbau wegen der geringen Niederschlagshöhe an Bewässerungsflächen gekoppelt, bei ausreichend hohen Niederschlägen erfolgt der Anbau im Regenfeldbau.
Im gemäßigten Klima Südamerikas tritt auch großflächig Weizenanbau auf. Weinanbau ist vor allem unter mediterranen Klimaverhältnissen (Chile, in Nordamerika auch Kalifornien) zu finden. Die Rinderhaltung in Südamerika erfolgt überwiegend im Bereich der Feuchtsavannen, während die genügsameren Schafe und Ziegen zumeist auf Steppen- bzw. Hochgebirgsgrasland gehalten werden.

Infrastruktur und Weltmarkt
Die Agrarstrukturen der einzelnen Länder dürfen allerdings nicht nur in Abhängigkeit von den klimatischen Bedingungen gesehen werden. Zu berücksichtigen sind vielmehr auch die infrastrukturellen Voraussetzungen und die unterschiedlich starke Einbindung in den Weltmarkt. Kennzeichnend für die USA ist eine technologisch außerordentlich stark entwickelte Landwirtschaft mit großer Weltmarktorientierung, während die Landwirtschaft einiger Länder in Mittelamerika noch immer eher traditionell strukturiert und binnenmarktorientiert sind. Beim Export von Agrarprodukten liegen daher die USA und Kanada an der Spitze der amerikanischen Staaten.
W. Klohn

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