Amerika - Entstehung eines Hurrikans

Amerika - Klima

978-3-14-100870-8 | Seite 211 | Abb. 5
Amerika | Entstehung eines Hurrikans | Amerika - Klima | Karte 211/5

Überblick

Jedes Jahr gibt es weltweit 30 bis 100 tropische Wirbelstürme. Sie werden in der Karibik als Hurrikan, im indonesischen Raum als Taifune und im Bereich von Australien als Willy Willies bezeichnet. Hurrikane entstehen vor allem zwischen Juni und November.

Tropische Wirbelstürme können sich nur über Meeren mit Wassertemperaturen von mindestens 26 bis 28 °C entwickeln. Die über diesen Wasserflächen lagernden feuchtwarmen und damit labilen Luftmassen steigen im Einflussbereich der Innertropischen Konvergenzzone (ITCZ) auf und bilden mächtige Wolkentürme, sogenannte Cloud Clusters. Der Aufstieg warmer Luft lässt am Boden niedrigen Luftdruck entstehen. Dadurch werden von allen Seiten warme und feuchte Luftmassen angezogen, die den Wirbel immer weiter ernähren. Oberhalb des Wolkenturms wird die Luft nach außen geschleudert, wo sie zum Boden zurück sinkt. Dadurch entsteht ein ständiger Luftkreislauf. Die bei der Kondensation der aufsteigenden Luftpakete frei werdende Energie verleiht der Luft einen zusätzlichen Auftrieb und stellt die eigentliche Antriebsquelle der charakteristischen Wirbelbildung dar. Erst die einsetzende Drehbewegung der Luftmassen lässt einen tropischen Wirbelsturm entstehen. Der Corioliseffekt hält diese Zirkulationsbewegung aufrecht. Da die ablenkende Kraft durch die Erdrotation erst ab etwa dem sechsten bis achten Breitengrad polwärts groß genug ist, um eine Wirbelbildung zu initiieren, erstreckt sich beiderseits des Äquators eine wirbelsturmfreie Zone.

Hurrikane können einen Durchmesser von mehreren hundert Kilometern aufweisen. Die Winde zirkulieren entgegengesetzt zum Uhrzeigersinn um das Zentrum des Hurrikans und transportieren auf seiner Ostseite feuchtwarme tropische Luftmassen nach Norden. Auf seiner Westseite wird Kaltluft nach Süden verfrachtet.

Die Isobaren liegen zum Zentrum des Hurrikans hin immer dichter. Durch das starke Druckgefälle treten sehr hohe Windgeschwindigkeiten von teilweise mehr als 300 Kilometern pro Stunde auf. In einer 10 bis 30 Kilometer breiten Zone im Kern des Wirbelsturms, dem "Auge des Orkans", herrscht hingegen fast Windstille. Durch absteigende Luftmassen ist dieser Bereich weitgehend wolkenfrei. Rings um das "Auge" werden die Luftmassen teilweise bis in die Stratosphäre emporgerissen. Dabei bilden sich mächtige Wolkentürme (Cumulonimbus), aus denen sintflutartige Niederschläge und Gewitter niedergehen.

Die karibischen Hurrikane wandern meist an der Westflanke des Nordatlantischen Subtropenhochs im Uhrzeigersinn nach Norden. Durch die sinkenden Wassertemperaturen schwächen sich die Wirbelstürme dabei ab. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie das Festland erreichen. An der Küste können Wirbelstürme jedoch furchtbare Schäden anrichten. Die extrem hohen Windgeschwindigkeiten und die extremen Regenfälle gehen mit gewaltigen Sturmfluten einher. Der Sturm wühlt das Meereswasser zu hohen Wellen auf, die weit ins Landesinnere vordringen und dort zu massiven Zerstörungen und Überschwemmungen führen können.

Um die Stärke dieser Wirbelstürme zu umschreiben, wurde die fünfstufige Saffir-Simpson-Skala entwickelt, die dort beginnt, wo die Beaufort-Skala endet: bei 118 Kilometern pro Stunde. Kategorie 1 umfasst Windgeschwindigkeiten von 118 bis 153 Kilometern pro Stunde, die bereits viele Häuser beschädigt. In Kategorie 2 treten Windgeschwindigkeiten von bis zu 177 Kilometern pro Stunde, in Kategorie 3 von bis zu 209 Kilometern pro Stunde. Ein Hurrikan der Kategorie 4 zerstört mit bis zu 249 Kilometern pro Stunde viele Gebäude, entwurzelt Bäume und überflutet das küstennahe Land. Ein Wirbelsturm der Kategorie 5 zerstört mit ab 250 Kilometern pro Stunde Häuser und Brücken, spült Schiffe weit ins Landesinnere und geht mit großflächigen Überflutungen einher.

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Die Zugbahn des Hurrikan Katrina

Die Animation zeigt die Zugbahn des Hurrikan Katrina.
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