Amöneburg - Physische Karte

Amöneburg - Vom Bild zur Karte

978-3-14-100389-5 | Seite 6 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 25.000
Amöneburg | Physische Karte | Amöneburg - Vom Bild zur Karte | Karte 6/3

Überblick

Die Kleinstadt Amöneburg liegt in Mittelhessen, rund elf Kilometer östlich von Marburg (vgl. Karte 8/9.1 „Nord- und Mittelhessen – Physische Karte“, Planquadrat C 3). Ende 2018 zählte der Ort 5100 Einwohner.

 

Amöneburg und seine Umgebung bilden ein beliebtes Ausflugsziel, vor allem aufgrund der landschaftlich reizvollen Lage und vieler historischer Zeugnisse.

Geographie

Amöneburg zeichnet sich durch seine besondere Lage auf einem Berg aus, weshalb die Stadt auch als „Stadt auf dem Berge“ bezeichnet wird. Der Stadtkern erstreckt sich rings um die gleichnamige Burg, die sich in 363 Metern Höhe befindet. Östlich wird der Berg von der Ohm umflossen, die nordwestlich in die Lahn mündet. Vom keltischen Namen der Ohm („Amana“) leitet sich der Name „Amöneburg“ ab.
Landschaftlich ist die Region dem Amöneburger Becken zuzuordnen – einer fruchtbaren Senke, in deren Zentrum der Berg etwa 150 Meter herausragt. Das Amöneburger Becken wird begrenzt durch verschiedene Höhenzüge: durch den Burgwald im Nordwesten, die Oberhessische Schwelle im Norden bis Südosten, den Vorderen Vogelsberg im Süden und die Lahnberge im Westen.

Geschichte

Der Ort und die Burg Amöneburg blicken auf eine lange Geschichte zurück. Erste Siedlungsspuren finden sich im 6. Jahrtausend v. Chr. Im 3. Jahrhundert v. Chr. bauten die Kelten auf dem Berg eine befestigte Burg. Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Amanaburch“ (Amöneburg) im Jahr 721, als unterhalb der Burganlage ein Kloster und eine neue Kirche errichtet wurden. Anfang des 12. Jahrhunderts wurde die Amöneburg zu einer größeren Festung ausgebaut. Im 12. Jahrhundert entstand auch die Wenigenburg, die sich südlich der Amöneburg befindet und – wie die Amöneburg – heute eine Ruine ist. Ebenfalls aus der Zeit stammte die Burg Radenhausen im Norden – eine Wasserburg, die später (während des Dreißigjährigen Krieges) komplett zerstört wurde.

 

In den folgenden Jahrhunderten gehörte Amöneburg zunächst zur Landgrafschaft Thüringen, anschließend zur Landgrafschaft Hessen und schließlich zum Erzbistum Mainz (selbst nach der Niederlage des Erzbistums gegen die Landgrafen im Jahr 1427 blieb Amöneburg dem Mainzer Erzbistum erhalten: als Enklave in hessischem Gebiet). Im Dreißigjährigen Krieg (1618–48) wurde Amöneburg mehrfach erobert.

 

Ein besonderes Industriedenkmal ist die Brücker Mühle (siehe Karte), in der bereits seit 1248 Getreide gemahlen wird. Bekannt wurde die Mühle durch eine historische Schlacht an der nahegelegenen Ohmbrücke im Jahr 1762 während des Siebenjährigen Krieges (1756–63). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Amöneburg zusammen mit weiteren ehemaligen Mainzer Enklaven zum Fürstentum Fritzlar vereinigt und zählte nun zur Landgrafschaft Hessen-Kassel. Nach dem österreichisch-preußischen Krieg 1866 fiel Hessen-Kassel und damit auch Amöneburg an Preußen und wurde Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Land Groß-Hessen gegründet, das 1946 in Hessen umbenannt wurde. Heute gehört Amöneburg zum hessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf im Regierungsbezirk Gießen.

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Geologie

In geologischer Hinsicht handelt es sich bei dem Berg, auf dem Amöneburg liegt, um eine Basaltkuppe. Entstanden ist die Basaltkuppe als Vulkanschlot vermutlich vor rund acht Millionen Jahren. Sie gilt – zusammen mit weiteren kleineren Vulkanschloten – als ein Ausläufer des Vogelsberges, dem größten zusammenhängenden Vulkangebiet Mitteleuropas.

 

An der Ostwand des Amöneburg-Berges finden sich noch heute meterlange Basaltsäulen; an der Nordwand gibt es einen Basaltsteinbruch.

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Die physische Karte

Durch die eingezeichneten Höhenlinien, Höhenschichten, die Schummerung und einzelne Höhenangaben sind die Höhenunterschiede der Landschaft sehr plastisch und dadurch gut erkennbar. Zur Erklärung der Landhöhen dient meistens ein Blockbild in der Legende der Karte. In der Regel werden geringe Höhen zwischen 0 und 200 Metern in Grüntönen dargestellt. Ab einer Höhe von 200 Metern (im Kartenbeispiel ab 220 Metern) erscheinen Landschaften und Berge in Brauntönen von Ocker bis Dunkelbraun. Je höher eine Landschaft oder ein Berg liegen, desto dunkler ist der Braunton in der Karte.

 

Um eine vollständige physische Karte von einer Region zu erstellen, werden neben den Landhöhen auch Verkehrswege, Gewässer und Siedlungsflächen berücksichtigt. Hierzu dienen auch Senkrechtluftbilder (vgl. 6.2). Zwar kann nicht jede Einzelheit der Landschaft in der Karte aufgenommen werden. Auch ist die Bodenbedeckung (z. B. Wald und Wiesen) nicht Bestandteil einer physischen Karte. Dennoch finden sich wichtige Inhalte aus dem Luftbild in der physischen Karte wieder, etwa die Amöneburg (Burgruine) mit der Burgmauer sowie die Kirche.

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