Altersstruktur 2020

Deutschland - Bevölkerungsdynamik

978-3-14-100700-8 | Seite 73 | Abb. 6 | Maßstab 1 : 6.000.000
Altersstruktur 2020 |  | Deutschland - Bevölkerungsdynamik | Karte 73/6

Informationen

Eine der zentralen Komponenten des demographischen Wandels ist die Alterung. Diese Alterung lässt sich auf demographischer Ebene bundesweit konstatieren. Auslöser dieses Prozesses war der starke Geburtenrückgang, der sich in Deutschland in zwei Phasen vollzog — zwischen 1880 und dem Ersten Weltkrieg und von Mitte der 1960er- bis Mitte der 1970er-Jahre. Seither sinkt der Anteil junger Menschen von Generation zu Generation, während umgekehrt der Anteil der älteren Menschen steigt; letztgenannte Tendenz wird durch die Zunahme der allgemeinen Lebenserwartung maßgeblich verstärkt.
Die Karte zeigt die prognostizierte Alterszusammensetzung der deutschen Bevölkerung im Jahre 2020. Die Bevölkerung lässt sich im Hinblick auf den Arbeitsmarkt in drei großen Gruppen einteilen, nämlich in die "noch nicht aktiven", die "aktiven" und die "nicht mehr aktiven" Personen. Die Alterung kann an "zwei Enden" stattfinden. Entweder ist der Anteil der Jungen besonders niedrig oder aber derjenige der Alten ist besonders hoch. Wenn es zugleich sehr wenige Junge und sehr viele Alte gibt, dann ist der Alterungsprozess besonders weit fortgeschritten.

Ursachen des Ost-West-Gefälles
Bis 2020 wird hinsichtlich der Altersstruktur in Deutschland ein starkes Ost-West-Gefälle erwartet, mit einer starken "Überalterung" im Osten. Dieses Phänomen ist neu, denn zum Zeitpunkt der deutschen Wiedervereinigung und noch darüber hinaus war die ostdeutsche Bevölkerung jünger. Dennoch stützen sämtliche Determinanten der Bevölkerungsentwicklung den beschleunigten Alterungsprozess der neuen Länder.
Zunächst wird der starke Rückgang der Fertilität zu schwach besetzten Jahrgängen unter den Jugendlichen führen. Die Folge der steigenden Lebenserwartung, die vorwiegend von der Verringerung der Alterssterblichkeit getragen wird, werden mehr und durchschnittlich noch ältere alte Menschen sein. Hinzu kommt als ein bedeutsamer Faktor die "altersselektive" Binnenwanderung: Die Gruppe der mobilen Bevölkerung ist erheblich jünger als die sesshafte Bevölkerung. Regionen mit Wanderungsgewinnen importieren dadurch vor allem junge Menschen, während Regionen mit Wanderungsverlusten schneller altern. Diese Altersselektivität gilt auch für die internationalen Wanderungen. Insgesamt verlangsamt Deutschland seinen Alterungsprozess über Wanderungsgewinne aus dem Ausland. Da die neuen Länder jedoch weit unterproportional an diesem Prozess beteiligt sind, profitieren sie schwächer als die alten Länder. Infolge der geringen Zuwanderungsgewinne altern sie zwar auch ein wenig langsamer, verglichen aber mit einigen Regionen des Westens erheblich schneller als Gebiete mit hoher Zuwanderung.

Spätfolgen der Binnenwanderung
In den alten Ländern haben einige wenige Regionen ebenfalls eine stärker gealterte Bevölkerung zu erwarteten. Dieses Phänomen ist vor allem das Resultat langlebiger Wanderungsmuster. Regionen mit wirtschaftsstrukturellen Problemen und einer langen Abwanderungstradition, besonders unter jungen Menschen, erleben in den zweiten Generationen diejenigen Geburtenausfälle, die im Osten durch die Wende herbeigeführt wurden. Im Ruhrgebiet und im Saarland als altindustrialisierten Verdichtungsräumen, in den strukturschwachen ländlichen Regionen in Rheinland-Pfalz, Nordhessen und Südniedersachsen und in einem breiten Streifen im Fränkischen an der Grenze zu Tschechien werden diese Spätfolgen von Wanderungsbewegungen besonders stark zum Tragen kommen.
H. Bucher

Graphiken

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Bevölkerungsentwicklung der über 65-Jährigen

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Demographische Entwicklung in Deutschland

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Generationenvertrag im Wandel

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Bevölkerungsausblick für Deutschland

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Demograpischer Übergang

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