Afrika - Temperaturen im Juli

Afrika - Immerfeuchte und wechselfeuchte Tropen

978-3-14-100870-8 | Seite 186 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 72.000.000
Afrika | Temperaturen im Juli | Afrika - Immerfeuchte und wechselfeuchte Tropen | Karte 186/2

Überblick

Der afrikanische Kontinent erstreckt sich über zwei Klimazonen: die Tropen in Äquatornähe und die Subtropen jenseits der Wendekreise. Durch den ganzjährig relativ hohen Sonnenstand und die damit einhergehende starke Energiezufuhr bilden sich in Afrika keine echten thermischen Hochwinter aus. Selbst in den Hochlagen der Gebirge fallen die monatlichen Durchschnittstemperaturen im Winter nicht unter 0 °C, in den Flachländern liegen sie zwischen etwa 10 °C jenseits der Wendekreise und über 25 °C am Äquator. Im Nordsommer (Juli) fällt die starke Erwärmung der tropisch-subtropischen Trockengebiete auf. Die Temperaturen können dann im Monatsmittel zum Teil über 35 °C erreichen.

Die Temperaturverteilung Afrikas wird von drei Faktoren bestimmt: der Sonneneinstrahlung, der Bewölkung und der Verdunstung, die unter anderem von der Höhe der Niederschläge abhängt.

Im Prinzip erfahren die äquatorialen Breiten durch den ganzjährig sehr hohen Sonnenstand die stärkste Energiezufuhr. Durch die mit dem Zusammenfluss (Konvergenz) der Passatwinde verbundene starke Bewölkung im Bereich der Innertropischen Konvergenzzone (ITCZ) wird jedoch ein Teil dieser Strahlung reflektiert und damit einer Erwärmung der Erdoberfläche entzogen. Die hohen äquatorialen Niederschläge führen darüber hinaus zu einer starken Verdunstung. Aufgrund des dafür erforderlichen Energieaufwandes wird ein weiterer Teil der Strahlungsenergie in latente Wärme umgewandelt.

Aus diesem Grund treten die höchsten Temperaturen nicht in Äquatornähe, sondern im Bereich der beiden Wendekreise auf. Die subtropischen Hochdruckgürtel sorgen dort durch absteigende Luftbewegungen für Wolkenauflösung, was die Ausbildung ex-tremer Trockenräume erklärt. Dies führt zu einer weitgehend ungehinderten Sonneneinstrahlung, die im Sommer durch den Zenitstand der Sonne eine entsprechend starke Erwärmung mit sich bringt. Der geringe Feuchtigkeitsgehalt des Bodens und der Mangel an Vegetation haben geringe Verdunstungsraten zur Folge. Dadurch kann die einfallende Sonnenenergie stärker in Wärme umgewandelt werden. So steigen die Temperaturen im Inneren der Sahara tagsüber mitunter bis über 50 °C. Nachts und im Winter ist die Ausstrahlung und die damit verbundene Abkühlung aber entsprechend hoch.

Die ganzjährig relativ gleichmäßige Strahlungszufuhr führt in Äquatornähe zur Ausbildung eines tropischen Tageszeitenklimas: Die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen zwischen Januar und Juli sind deutlich geringer als die Unterschiede zwischen Tag und Nacht. Mit zunehmender Entfernung vom Äquator nehmen die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede weiter zu. Jenseits der Wendekreise wird dies besonders deutlich (zum Teil bis zu 20 °C).

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