Afrika - physische Übersicht

Afrika – physische Übersicht

100750 | Seite 101 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 36.000.000
Afrika | physische Übersicht | Afrika – physische Übersicht | Karte 101/1

Informationen

Die physische Karte Afrikas lässt die Gliederung des Kontinentes in zahlreiche ebenso gegensätzliche wie einzigartige Naturräume erkennen. Sie zeigt auch Grundstrukturen der Besiedlung, zum Beispiel die bevölkerungsarmen Zentralräume der Sahara.

Der Norden Afrikas
Die Karte zeigt eindrucksvoll die großen Trockenräume des nördlichen Afrikas und Westasiens und die Ströme wie Senegal, Nil, Chari und Niger als Lebensadern dieser Gebiete. Zusammen mit den Küsten sind sie Leitlinien und Konzentrationspunkte der Besiedlung im Norden des Kontinents. Südlich der Sahara wird das Siedlungsmuster in den wechselfeuchten und immerfeuchten Tropen gleichmäßiger.
Das Relief ist im Inneren des Kontinents großräumig in Becken und Schwellen gegliedert. Das Gewässersystem ist auf die Becken ausgerichtet (vgl. Flüsse zum Tschadsee, Oberes-Nil-Becken (Sudd), Kongobecken). Wadis und Salzpfannen sind Beispiele für den typischen Formenschatz der großen Wüsten. Auffällig ist die gestrichelt gezeichnete frühere Umrisslinie des Tschadsees, der infolge anthropogener Einflüsse und anhaltender Dürren einen Großteil seiner Fläche verloren hat. Die Uferlinie des sehr flachen Sees verändert ihre Lage jährlich entsprechend der Höhe der Niederschläge in der Region und des Zuflusses. Eine weitere auffällige Landschaft ist das Binnendelta des Niger in Mali südlich von Timbuktu. Es wird von den saisonalen Überschwemmungen des Niger und seiner Zuflüsse sowie von einem weit verzweigten Gewässernetz geprägt.
Die größten Höhen im Norden des Kontinentes werden in den östlichen Hoch- und Gebirgsländern, im Atlasgebirge sowie den zentralen Gebirgen der Sahara (Ahaggar, Tibesti) erreicht. Das Hochland von Äthiopien verbindet das Grabensystem Ostafrikas mit dem des Roten Meeres.

Der Süden Afrikas
Fast das gesamte Süd- und Ostafrika liegt in relativ großer Höhe (Hochafrika). Größere Ebenen gibt es nur an der Ostküste am Indischen Ozean.
Der Süden des Kontinents wird von einem sehr alten und tektonisch ruhigen Schild gebildet. Er ist in Becken und Schwellen gegliedert (zum Beispiel Lundaschwelle, Kalaharibecken), wobei die Gebirgseinrahmungen der Becken z. T. sehr hoch sind (zum Beispiel Drakensberge) Diesem Teilraum stehen im Osten die von aktiver Tektonik betroffenen Hochländer und Grabenstrukturen gegenüber.
Den Oberflächenstrukturen folgt das Gewässernetz (Beckenflusssystem des Kongo, Grabenseeketten, im Kalaharibecken: Wadis und der dort in einem Binnendelta endende Cubangofluss). Auffällig ist auch der Gegensatz zwischen der Ost- und der Westküste (vgl. Anmerkungen zum Klima). Er wird durch sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen verursacht. Während die Ostküste im Luv von Passatwinden regelmäßige und hohe Niederschläge erhält, dominieren an der Westküste küstenparallele Windströmungen und der kalte Benguela-Meeresstrom, sodass dort nur sehr geringe Niederschläge fallen.
Die größten Höhen im Süden des Kontinentes werden am Kilimandscharo und den anderen großen Vulkanen Ostfrikas sowie in den Drakensbergen erreicht.
Madagaskar und die umliegenden Inselgruppen bilden einen eigenen Teilraum.
M. Felsch