Afrika - 1914/1918

Afrika - Staaten und Geschichte

978-3-14-100870-8 | Seite 184 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 54.000.000
Afrika | 1914/1918 | Afrika - Staaten und Geschichte | Karte 184/2

Überblick

Die Kolonialisierung Afrikas beschränkte sich noch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein im Wesentlichen auf die Gründung von Handelsposten an der Küste. Das Landesinnere des Kontinents blieb, abgesehen von ersten Forschungsreisen und Missionsvorstößen, weitgehend unberührt.

Eine neue Qualität erreichte der Kolonialismus in den 1880er-Jahren mit dem "Scramble for Africa", dem Wettlauf um afrikanische Kolonien, mit dem das Zeitalter des Imperialismus begann. In einem überstürzten Konkurrenzkampf eigneten sich die europäischen Mächte in rund 15 Jahren fast den gesamten Kontinent an. Unabhängig blieben einzig Äthiopien und Liberia.

Die Grenzziehungen, die zu großen Teilen auf der Berliner Kongokonferenz im November 1884 beschlossen wurden, entsprachen europäischen Interessen und berücksichtigte weder ethnische noch kulturelle Traditionen. Großbritannien erstrebte einen Nord-Süd-Korridor zwischen Kap-Provinz und Mittelmeer ("Kap-Kairo-Plan"). Die Briten eroberten zunächst Betschuanaland, dann Rhodesien; nach dem Burenkrieg wurde das Gebiet 1902 zur Südafrikanischen Union. Von Norden her wurden Ägypten, der Sudan, Uganda und Kenia besetzt. Britisch-Somaliland und Aden sollten der Sicherung der Schifffahrtsrouten nach Indien dienen.

Frankreich eroberte von Algerien und Senegal aus die größten Teile West- und Äquatorialafrikas, darüber hinaus erhob es Anspruch auf Madagaskar und Französisch-Somaliland. Das Deutsche Reich bekam Togo, Kamerun, Südwest-Afrika, Deutsch-Ostafrika und Sansibar zugesprochen. Sansibar wurde im deutsch-britischen Helgoland-Sansibar-Vertrag (1890) gegen Helgoland getauscht. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die deutschen Kolonien Togo, Kamerun, Deutsch-Ostafrika und Südwest-Afrika der Verwaltung des Völkerbundes unterstellt. Italien eroberte 1887 Eritrea und 1888 Italienisch-Somaliland, doch der Versuch einer Annexion Äthiopiens schlug fehl. Als Italien 1912 Tripolis von den Osmanen eroberte, kam mit Libyen das letzte afrikanische Gebiet an eine europäische Macht.

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