Ökozonen

Erde - potenzielle natürliche Vegetation

978-3-14-100700-8 | Seite 236 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 90.000.000
Ökozonen |  | Erde - potenzielle natürliche Vegetation | Karte 236/1

Informationen

Gegenstand der Karte sind die Ökozonen, die sich v. a. in den Merkmalen der Vegetation äußern, die sich unter den gegenwärtigen natürlichen ökologischen Bedingungen einstellen würden, wenn der menschliche Einfluss plötzlich aufhörte. Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts entsprach die real vorhandene Vegetation noch in weiten Teilen der Erde dieser natürlichen Vegetation, insbesondere in den Tropen, auf Australien und in weiten Gebieten der Nordhemisphäre.

Vegetationszonen
Ein Vergleich zwischen der Klima- (vgl. 226/227), der Boden- (vgl. 234/235) und der Vegetationskarte (236/237) weist auf zahlreiche geoökologische Beziehungen hin. Am deutlichsten ist die klimazonale Abfolge der Vegetationsgürtel in Osteuropa und in Westsibirien.
Auch Nordamerika lässt das Zonenkonzept erkennen, das allerdings hier zwischen dem 54. und dem 30. Grad nördlicher Breite durch eine sich darüber legende Ost-West-Abstufung verschiedener Feuchtezonen modifiziert wird. Zwischen den von mehr oder weniger dichten Nadelwäldern überzogenen Gebirgen im Westen des Kontinents erstrecken sich unterschiedlich trockene Becken mit reliefbedingten Wüsten, Steppen und Dornstrauch-Sukkulenten-Vegetation wie in Arizona und New Mexiko. Nur die höchsten Erhebungen der zwischen den Becken aufragenden Gebirgszüge wie die Wasatch-Kette in Utah werden von feuchten Westwinden erreicht, sodass hier Waldwuchs möglich ist.
An der feuchten, unter dem Einfluss pazifischer Winde stehenden Westküste zieht sich entlang der Küstenkette der temperierte Nadelfeuchtwald von der Kenai-Halbinsel im südlichen Alaska bis ins nordwestliche Kalifornien. Die Dominanz von Koniferen in diesem an Nadelbaumarten reichen, schmalen Küstenstreifen ist auf ein ausgeprägtes sommerliches Niederschlagsminimum in den Monaten Juni bis September bei milden, sehr feuchten Wintern zurückzuführen. Diese sommerliche Trockenperiode benachteiligt die Laubbäume gegenüber den immergrünen Koniferen, von denen einige als fremdländische Forst- und Parkbäume auch in Mitteleuropa Einzug gehalten haben, darunter Douglasie, Sitkafichte und Hemlock.
In Südamerika wirkt sich vor allem das meridional streichende Kordillerensystem auf die Klima- und Vegetationsgliederung aus. Während an der Ostseite der peruanischen Anden, wo die Passate auf das Gebirge treffen, der Regenwald als tropischer Bergwald bis in etwa 2800 Meter Höhe reicht, um dann vom Nebelwald abgelöst zu werden, erstreckt sich längs der Westseite die trockenste Küstenwüste der Erde, die Atacama.
Das von der arktischen Tundra Alaskas bis zum antarktischen Grasland auf Feuerland durch alle Klimazonen verlaufende Kordillerensystem bewirkt in besonderem Maße Ablenkungen und Veränderungen der atmosphärischen Zirkulation. Deshalb weist ein Höhenprofil der Westseite der Kordilleren andere Pflanzenformationen aus als eines der Ostseite. Die zonale Abfolge wird hier besonders in Chile deutlich, wo auf die Vollwüste der Atacama zunächst Halbwüste und dann Dornstrauch- und Sukkulenten-Savanne folgen. Sie werden im Winterregenklima Mittelchiles von einer Hartlaubvegetation abgelöst, die südwärts in sommergrünen Wald und im hochozeanischen Klima Südchiles in temperierten Laubfeuchtwald übergeht. In beiden Formationen ist die Südbuche (Nothofagus) vertreten, wobei im Norden laubwerfende und im Süden immergrüne Arten vorkommen. Trocken hingegen ist die Ostseite der Anden und das sich anschließende Tiefland Patagoniens, denn hier wird der Westwindgürtel durch die Anden unterbrochen.
In west-östlicher Richtung verlaufende Hochgebirge bilden Klimascheiden, die sich zumeist auch vegetationsgeographisch auswirken. In besonders ausgeprägten Fällen trennen sie zwei Landschaftsgürtel voneinander. Dies trifft in abgeschwächter Form für die Alpen — mit sommergrünen Laub- und Mischwäldern in Mitteleuropa und einer Hartlaubvegetation im Mediterrangebiet — und in verschärfter Form für den Himalaya zu. Von den Tropenkontinenten hat Afrika die übersichtlichste zonale Gliederung. Nur in Ostafrika wird die zonale Abfolge durch das Relief teilweise abgewandelt.
H.-J. Klink

Graphiken

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Vegetationsprofil von Nord- zum Südpol

Vegetationszonen sind gürtelartig um die Erde verlaufende Räume, die sich durch eine bestimmte Pflanzenbedeckung auszeichnen. Die Pflanzen sind den Klimazonen angepasst. Es gibt folgende Vegetationszonen: polare Kältewüste, Tundra, nördlicher Nadelwald, sommergrüner Laub- und Mischwald, Steppe, Hartlaubgehölze, Wüste, Halbwüste, Savannen, tropischer Regenwald.
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Ökozonen und charakteristische Merkmale

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Geographische Zonen der Erde (nach H.Bramer)

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"Die Vegetation des ""Idealkontinents"""

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Klimabedingte Vegetationsgliederung (Schema)

Vegetationszonen sind gürtelartig um die Erde verlaufende Räume, die sich durch eine bestimmte Pflanzenbedeckung auszeichnen. Die Pflanzen sind den Klimazonen angepasst. Es gibt folgende Vegetationszonen: polare Kältewüste, Tundra, nördlicher Nadelwald, sommergrüner Laub- und Mischwald, Steppe, Hartlaubgehölze, Wüste, Halbwüste, Savannen, tropischer Regenwald.
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Die geoökologischen Zonen

De Karte zeigt die Landschaftszonen und Landschaftssubzonen der Erde, die auch als Geoökologische Zonen bezeichnet werden.
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